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Fussball-Verbandsliga : Eine Zwischenbilanz, die besser kaum sein kann

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eckernförder Zeitung blickt nach den ersten elf Spielen der Fußball-Verbandsliga Nord-Ost auf das Abschneiden des Eckernförder SV, Gettorfer SC und MTV Dänischenhagen.

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erstellt am 16.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Mehr als ein Drittel der Saison in der Fußball-Verbandsliga Nord-Ost ist absolviert. Zeit für eine Bilanz, die für die drei Mannschaften aus dem Altkreis Eckernförde durchaus positiv ausfällt. Während der Gettorfer SC mit Platz fünf sogar die eigenen Erwartungen übertroffen hat, grüßt der Eckernförder SV von der Tabellenspitze. Allerdings, so stellte auch Trainer Stefan Mackeprang gerade fest, schafft es sein ESV nicht immer, sein spielerisches Potenzial voll auszuschöpfen. Dass es trotzdem für ganz oben reicht, liegt vor allem an der wieder einmal exzellenten Abwehr, die bisher gerade einmal neun Tore in elf Spielen zuließ. Der MTV Dänischenhagen startete verhalten, legte zuletzt aber eine Serie von drei Siegen in Folge hin und katapultierte sich damit vorerst aus dem Tabellenkeller ins Mittelfeld.

Eckernförder SV

Platz 1, 28:9 Tore, 24 Pkt

Tabellenführer, zweitbeste Abwehr der Liga – da sollte es doch eigentlich nichts zu bemängeln geben. Beim ESV ist es aber anders. Die Mannschaft steht zurecht dort oben, was vor allem an einem verbesserten Kader liegt, der sowohl in der Spitze als auch in der Breite mehr Qualität bekommen hat. Erheblichen Anteil daran haben Jaron Ewert, der aus der zweiten Mannschaft kam und als Leistungsträger voll einschlug, und auch Franz-Philip Tuchen, der aus der SH-Liga vom TSV Schilksee zurückkehrte. Tuchen, der in der Innenverteidigung neben Henning Ströh ein absolutes Bollwerk bildet, hat aber einen Makel ausgemacht: „Wir waren als Team selten nach einem Spiel so richtig zufrieden. Wir gewinnen zwar die meisten engen Spiele, aber es fehlt vielleicht der letzte Wille nach einer 1:0-Führung nachzulegen.“ So war es auch am vergangenen Wochenende gegen Kronshagen, als es sich mit dem späten 1:1-Ausgleich rächte. Defensiv sieht Tuchen bereits jetzt SH-Liganiveau, und er ist auch davon überzeugt, dass sein ESV bis zum Saisonende ganz oben mitmischen wird, aber er sieht nach elf Partien auch noch Schwächen: „Taktisch haben wir beim Verschieben oder beim Umschaltspiel noch einige Defizite. Da gibt es noch etwas aufzuholen.“ Außerdem seien oft Einzelaktionen für die Torerfolge verantwortlich. „Der letzte Pass fehlt uns noch. Und auch unsere Standards müssen wieder zu einer Waffe werden“, sagt Tuchen, der sein Team dennoch auf einem guten Weg sieht. Jeder Spieler im Kader will noch mehr erreichen. Die Partien sollen klarer gewonnen werden. „Nach hinten arbeiten wir überragend, das hat uns in manchen Spielen den Arsch gerettet“, sagt Tuchen.

Gettorfer SC

Platz 5, 29:15 Tore, 20 Pkt

Der Erfolg beim Gettorfer SC ist ganz stark abhängig von den Toren von Neuzugang Yannick Wolf, der vor der Saison vom SH-Ligisten Preetzer TSV geholt wurde. Aber der gute fünfte Rang ist eben nicht nur am Goalgetter festzumachen, der an 21 von 29 GSC-Toren direkt als Torschütze oder Vorlagengeber beteiligt war. Trainer Tim Rogge hat in der vergangenen Saison fast alle Varianten in der Abwehr durchprobiert. Dreierkette mit Libero, Viererkette oder sogar eine Fünferkette mit Manndeckung für den gefährlichsten Angreifer des Gegners. Im Abstiegskampf war das notwendig und hilfreich. Doch bereits ab der Rückserie stabilisierte sich Defensive und ist aktuell die viertbeste der Liga. „Robin Biss im Tor hat daran einen großen Anteil. Er strahlt Sicherheit aus“, sagt Rogge. „Außerdem profitieren natürlich Mittelfeld und Angriff davon, wenn hinten sicher gestanden wird.“ So ist es eben nicht nur Yannick Wolf, der die Spiele alleine gewinnt. Trotzdem wissen sie in Gettorf natürlich, welchen Anteil er an der aktuellen Situation hat und freuen sich deshalb umso mehr, dass der Angreifer zumindest bis zum Saisonende zugesagt hat. Er stellt sogar in Aussicht, bis zu seinem Laufbahnende beim GSC zu bleiben (siehe Interview). Weitere Bausteine des Erfolgs sind die persönlichen Weiterentwicklungen der einzelnen – meist noch jungen – Spieler. „Alle haben den Schritt raus aus der Kreisliga gemacht. Das hat eben bei dem einen oder anderen länger gedauert. Aber ich sehe immer noch Potenzial nach oben“, so Rogge, der sein Team aktuell nicht mehr zu den Abstiegskandidaten zählt. Ein weiterer ganz wichtiger Faktor ist, dass die Ringweg-Elf bisher von Verletzungssorgen verschont blieb.


MTV Dänischenhagen

Platz 9, 20:21 Tore, 15 Pkt

Manchmal ist Fußball sehr kompliziert, manchmal eben nicht. Das beweist aktuell der MTV Dänischenhagen. Gestartet mit einem (Pflicht-) Sieg gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Fortuna Bösdorf musste das Team von Trainer Frank Knocke danach sieben Spiele auf den nächsten Dreier warten. Doch Knocke erkannte, was seiner Elf fehlte und stellte einfach einen defensiven Mittelfeldspieler weiter nach vorne. Aus einem 4-2-3-1- wurde ein 4-1-4-1-System, und der Erfolg kehrte zurück. Zuletzt gelangen dem MTV drei Siege in Serie. „Dieses System ist für uns gerade am besten. Die Abstände im Mittelfeld sind nicht so groß“, erklärt Knocke. Aber der Trainer hat auch noch simplere Gründe für die längere Sieglosserie und den jetzt positiven Lauf ausgemacht: „Viele Mannschaften sind in etwa auf einem Niveau. Auch gegen Gettorf und Heikendorf waren wir nicht schlecht, hatten aber einfach etwas Pech. Jetzt gegen Molfsee hatten wir dagegen wieder Glück. Sowas gleicht sich aus.“ Ein großer Unterschied zur Vorsaison, in der es in Rückrunde ja auch eine lange Serie von sieglosen Spielen gab, ist, dass die MTV-Spieler auch bei einem Rückstand weiterhin an sich glauben. „Selbstvertrauen ist in dieser Liga fast das Wichtigste, und davon haben wir uns zuletzt wieder einiges zurückgeholt“, sagt Knocke, der optimistisch ist, mit seiner oft ersatzgeschwächten Mannschaft die nötigen Punkte im Abstiegskampf zu sammeln.

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