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Landesferienkursus : Eine Woche nichts als Musik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

83 junge Instrumentalisten und Sänger zu Gast auf Schloss Noer / Abschlusskonzert morgen Abend in Krusendorf

Überall erklingt Musik: Unten im großen Saal probt das Orchester Ausschnitte aus Mozarts Sinfonie Nr. 40 in g-Moll, in einem Raum im oberen Stockwerk versucht sich das Blockflöten-Ensemble am Scherzlied von Hans-Martin Linde, einem modernen Stück, unten im Nebengebäude kämpft die Big Band mit Jazz-Standards. Auf Schloss Noer findet in diesen Tagen zum 64. Mal der Landesferienkurs für Musik statt. Ein Kursus für junge Musiker, die im Orchester, der Big Band oder im Blockflötenensemble unter der Leitung erfahrener Dozenten musizieren und gemeinsam im Chor singen möchten.

Die 83 jungen Musiker von 14 bis 21 Jahren kommen überwiegend aus Norddeutschland, aber auch aus Frankfurt, Kassel, Köln und sogar aus Rom. Die Dozenten sind diesmal Gunnar Haase (Orchester), Hartmut Ledeboer (Blockflöten), Hanna Maria Haase (Chor/Tanz) und Melf Uwe Holmer (Big Band/Blechbläser). 2009, als der Landesmusikrat Schleswig-Holstein die finanziellen Mittel nicht mehr aufbringen konnte, gründeten ehemalige Teilnehmer des Ferienkurses in Hamburg den Trägerverein „Landesferienkurs für Musik“ und übernahmen die Organisation und Trägerschaft des traditionsreichen Landesferienkurses. „Wir haben ein ziemlich gutes Programm“, berichtet Hanna Maria Haase bei einem Rundgang. Dazu gehören die Fantasie-Ouverture Romeo und Julia von Peter Tschaikowski für das Orchester, die Chorwerke Jesu, meine Freude von Johann Sebastian Bach oder das Abendlied von Josef Rheinberger sowie Ausschnitte aus The Fairy Queen von Henry Purcell oder When shall the sun shine von Paul Leenhouts für die Abteilung Blockflöten/Alte Musik. „Wir nehmen uns etwas vor“, sagt Haase.

Der Kurs sei so konzipiert, dass jeder Teilnehmer in einem der drei Ensembles mitspielt und alle zusammen den Chor bilden. Vor dem Frühstück wird gemeinsam gesungen, dazu gibt es ein Repertoire an Liedern, die sie als Tradition weitergetragen für sich singen, und auch der Tagesabschluss mit Abend-Spaziergang hinunter zum Wasser ist musikalisch. „Wir haben eine tolle Truppe ganz feiner Menschen“, verrät sie. Für Außenstehende sei das schwer zu fassen. „Es ist einfach faszinierend, wie durch das gemeinsame Musizieren jedes Jahr wieder so ein schönes Gemeinschaftsgefühl entsteht.“ Bisher hätten sie es immer geschafft, dass es trotz der Traditionen lebendig bleibt. „Alles ist ganz organisch“, so beschreibt es die Chorleiterin. „Sonst wäre das Pensum auch gar nicht zu schaffen.“

Viele der Teilnehmer kommen jedes Jahr wieder. So wie Johannes Schmidt. Er ist fast 21 Jahre alt und kommt aus Timmdorf bei Malente. Er spielt Geige seit seinem sechsten Lebensjahr. Er ist bereits zum achten Mal dabei. „So eine Gemeinschaft wie diese, die findet man sehr selten“, erzählt er. „In der Schule habe ich nicht dieses typische Musikerumfeld. Hier kann man sich über Musik unterhalten, wie man lustig ist. Das ist einfach traumhaft.“

Wer hören möchte, was die Jugendlichen erarbeitet haben, der ist morgen Abend um 20 Uhr zum öffentlichen Abschlusskonzert in der Dreifaltigkeitskirche in Krusendorf eingeladen. Der Eintritt ist frei.





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