zur Navigation springen

Hochwasserschutz : Eine teure Sturmflutlösung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eine Masterarbeit der TU Harburg kommt zu dem Schluss, dass private Vorsorge beim Hochwasserschutz besser ist als eine kollektive Lösung.

Eckernförde | Das Jahrhunderthochwasser von 1872 hat gezeigt: Nicht nur die Westküste muss sich vor den Naturgewalten in Acht nehmen, auch an der Ostküste kann es zu schweren Stürmen kommen. Doch wie davor schützen? Sollte jeder privat vorsorgen oder die Stadt einen Hochwasserschutz um die ganze Innenstadt bauen?

Genau damit hat sich eine Masterarbeit der Technischen Universität Hamburg-Harburg beschäftigt, die Michael Packschies als städtischer Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftsplanung am Donnerstagabend im Umweltausschuss vorstellte. Dabei wird von einem – statistisch gesehenen – alle 200 Jahre auftretenden Hochwasser von 2,45 Meter über Normalnull (NN) ausgegangen. Dieses „HW200“ wird in der Masterarbeit in verschiedenen Szenarien gerechnet, denn der Meeresspiegel wird in den kommenden 100 Jahren weiter ansteigen. Unklar ist die Höhe, ob 30 Zentimeter oder doch 60 oder gar 90 Zentimeter.

Im letzten Fall müsste ein 1,50 Meter hoher und an der Sohle 3 Meter breiter Wall rund um die tiefliegende Innenstadt gebaut werden. An der Strandpromenade würde ein 1 Meter hoher und 60 Zentimeter breiter Wall genügen. Packschies: „Die Frage wäre neben den Kosten für ein solches Bauwerk, das ja auch mit Schleusen ausgestattet werden müsste, welche Auswirkungen das auf die Attraktivität der Stadt und den Tourismus hätte.“

Das Fazit der Masterarbeit: Allein die Kosten wären so hoch, dass sich die Investitionen nicht amortisieren würden. Es sei kostengünstiger, Zerstörungen durch Hochwasser in Kauf zu nehmen und die Bewohner dazu zu animieren, Eigenvorsorge zu treffen. Die sei auch besser zu händeln als eine kollektive Schutzmaßnahme.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 19.Sep.2015 | 06:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen