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DAS SCHICKSAL DES PAPAGOYENVOGELS : Eine Schönheit mit extrem kurzer Lebenserwartung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Gelbe Westengilde bereitet sich auf ihr Gildfest am Pfingstmontag und am Dienstag vor. Kelvin Stapelfeldt stellt den Papagoyenvogel, auf den geschossen wird, vor.

Das Schießen auf den Papagoyenvogel, der in einer Woche am Strand auf seinen Abschuss wartet, ist einer der Höhepunkte des Gildesfestes der Gelbe Westengilde. Der hölzerne Papagoyenvogel wird traditionell jedes Jahr neu zum Gildefest gebaut und bemalt. Durch den Abschuss der einzelnen Teile des Vogels wird nach einem bestimmten System der neue König ermittelt.

Noch steht der prachtvolle Papagoy im Garten seines Schöpfers Kelvin Stapelfeldt. Bauart, Größe und Bemalung sind dem majestätischen Vogel angemessen, das Auge kritisch den Ereignissen entgegenblickend. Baumeister Stapelfeldt hat die Erle eigenhändig mit seinem sechsköpfigen Team auf Gut Marienthal geschlagen, das Holz ist eine Spende der Familie Klages. Rund 40 Arbeitsstunden hat die Herstellung des Gildevogels vom Schlagen der Erle, dem Drechseln der einzelnen Teile bis hin zum Bohren, Zapfen und Einpassen gebraucht. Der 1,65 Meter hohe Vogel besitzt eine Spannweite von 1,63 Meter und wiegt rund 35 Kilo. Die 15 Abschussteile bestehen aus 71 Einzelteilen.

Damit der hölzerne Vogel zum majestätischen Blickfang wird, wurde das nackte Holz kunstvoll in Handarbeit bemalt. Iris und Kelvin Stapelfeldt haben auch dabei gute Arbeit geleistet. Die Stadtfarben blau und gelb müssen verarbeitet werden, ebenso die Landesfarben blau-weiß-rot, die sich an Bändern, am Zepter und Reichsapfel wiederfinden. König Claus „der Flieser von Borby“ Stapelfeldt, Schützenmeister Stephan Möller, sein Stellvertreter Krischan Stapelfeldt und Gildemeister Carsten Höneise sind beeindruckt von der sorgfältigen Arbeit: „ Die Arbeiten am Papagoyenvogel werden seit vielen Jahren ehrenamtlich von Gildebrüdern ausgeführt. Es ist eine ehrenvolle, aber auch sehr aufwendige Arbeitsleistung, den Gildevogel für seinen Abschuss zu präparieren“, ließ die Gildespitze wissen.

Schon in der Gildesatzung von 1648 ist der Papagoy aufgeführt. Demnach ist dem edlem Vogel nur ein kurzes Leben gegeben, am Pfingstmontag um 16 Uhr wird er feierlich geschmückt im Umzug vom Rathausmarkt bis zum Richtplatz am Strand an der Stadthalle geleitet. Am Pfingstdienstag wird sein stolzes Vogelleben ein Ende finden. Mit den Traditionswaffen der Gilde – Büchsen und Karabiner – werden die Schützen aus 50 Metern Entfernung mit schwacher Munition, die eine geringe Treibladung hat, in festgelegter Reihenfolge Teile des Papagoy abschießen und so die neue Majestät ermitteln. Dabei muss folgende Abschussfolge eingehalten werden: 1. Zepter, 2. Reichsapfel, 3. Fahne/Stadt, 4. Fahne/Süd, 5. Krone, 6. Ring, 7. Kopf, 8. Außenklaue/Stadt, 9. Außenklaue/Süd, 10. Innenklaue/Stadt, 11. Innenklaue/Süd, 12. Flügel/Stadt, 13. Flügel/Süd, 14. Schwanz, 15. Rumpf.

Bis zum Richten am Pfingstmontag kann der Gildevogel im Schaufenster von Immobilien Zastrow, Bahnhofstraße 1, besichtigt werden.




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