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Eckernförder Zeitung

14. Dezember 2017 | 11:29 Uhr

Eine Reise zur Kurischen Nehrung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 14.Dez.2013 | 00:34 Uhr

Das Baltikum mit den Ländern Estland, Lettland und Litauen ist seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion zu einem beliebten Reiseziel geworden. Eine Fülle von historischen Sehenswürdigkeiten und eine weitgehend unberührte Natur locken den Besucher. Wir hatten uns diesmal die Kurische Nehrung vorgenommen. Es ist eine 100 km lange Landzunge, die das Kurische Haff von der Ostsee trennt. Der Name der Nehrung leitet sich von den Kuren ab, die seit dem 13. Jahrhundert dort siedelten. Heute gehört sie je zur Hälfte zu Litauen und Russland. Das besondere dieses Landstrichs sind die Wanderdünen zwischen Haff und Ostsee. Bis zum 19. Jahrhundert haben diese Dünen 14 Dörfer unter sich begraben. Zur Rettung der Nehrung wurden Kiefern angepflanzt. Durch die Aufforstung sind heute 70 % der Nehrung bewaldet. An manchen Stellen sieht es aus wie in der Sahara. Der Wind verändert das Land ständig, indem er den Sand abträgt und an anderer Stelle wieder aufträgt. Diese einzigartige Landschaft in Europa wurde in das Weltnaturerbe der UNESCO aufgenommen. Der Hauptort der Nehrung ist Nida (Nidden). Mitte des 19. Jahrhunderts waren es die Deutschen, die die Schönheit dieses hübschen alten Fischerdorfs entdeckten. Ab 1900 entstand hier eine Künstlerkolonie bedeutender expressionistischer Maler, wie Lovis Corinth, Max Pechstein, Karl Schmidt Rotluff, Ludwig Kirchner. Thomas Mann schuf sich hier ein Sommerdomizil. Sein Haus birgt heute eine interessante Ausstellung über Leben und Werk des Schriftstellers.
In der russischen Hälfte der Nehrung befindet sich die berühmte Vogelwarte Rossitten, die wir besichtigen durften. In riesigen Reusen, die wie am Boden befestigte Fischnetze aussehen, werden die Vögel gefangen. Die Kennzeichnung der Vögel erfolgt mit beschrifteten Aluminium Fußringen. Unterstützt von Laienhilfskräften beringen die Ornithologen hier bis zu 136000 Vögel im Jahr. 306 Vogelarten hat man bisher auf der Kurischen Nehrung beobachtet. Dabei werden untersucht Verbreitung, Bestandsentwicklung, Orientierung während des Zuges und viele andere Aspekte. Die Vogelwarte Rossitten war 1901 gegründet und von deutschen Ornithologen betrieben worden. Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Vogelforschung. Eine neue Vogelwarte wurde in Radolfzell eingerichtet. 1956 setzten russische Ornithologen die Arbeit auf der Nehrung fort. Heute arbeiten die Vogelwarten in Rossitten und Radolfzell eng zusammen.
Am nördlichen Ende des Kurischen Haff liegt die Stadt Klaipeda (früher Memel). Die Hafenstadt ist Litauens Tor zur Welt. Eine komfortable direkte Fährverbindung nach Kiel ist ein guter Start- und Endpunkt für eine Reise ins Baltikum. Auch Memel wurde im Krieg völlig verwüstet, Inzwischen ist wieder ein ansprechendes Stadtbild entstanden. Am Theaterplatz steht auf einem Brunnen das Wahrzeichen Klaipedas, die berühmte Skulptur „Ännchen von Tharau“. Das Liebeslied „Ännchen von Tharau“ gehört zu den bekannten deutschen Volksliedern und wird hier von vielen deutschen Reisegruppe vor dem Brunnen begeistert angestimmt. Nur wenige Kilometer entfernt liegt Palanga, Litauens bedeutendstes Ostseebad, in dem schon der russische Adel den Sommer verbrachte. Ein schickes Bad mit allen Annehmlichkeiten für den Touristen. Unsere Reise hat uns wieder gezeigt, wie viel schöne Landschaften Europa zu bieten hat.

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