„Mareminde“ : Eine Nixe erwacht zum Leben

Der Meerjungfrau „Mareminde“ wird Leben eingehaucht von Künstler und Erschaffer Eckhard Kowalke, Musiker Larry Krause, Autorin Eike Eschholz und Touristik-Chef Stefan Borgmann (v.r.).
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Der Meerjungfrau „Mareminde“ wird Leben eingehaucht von Künstler und Erschaffer Eckhard Kowalke, Musiker Larry Krause, Autorin Eike Eschholz und Touristik-Chef Stefan Borgmann (v.r.).

Die Sage und Miniaturen von „Mareminde“ sollen den touristischen Wert unterstreichen. Künstler erzählen ihre Geschichte am Lagerfeuer.

shz.de von
07. Juli 2015, 06:04 Uhr

Eckernförde | Seit genau 18 Jahren steht sie am Strand, trotzt jedem Sturm und hat sich nicht zuletzt durch ihre üppigen Formen zu einem Wahrzeichen Eckernfördes gemausert: die Metallskulptur einer Meerjungfrau auf Höhe des Ruderclubs. Jetzt wollen der Erschaffer Eckhard Kowalke und die Autorin Eike Eschholz der Nixe Leben einhauchen. Sie haben ein kleines Buch herausgegeben, in dem Eike Eschholz die Sage von der Eckernförder Nixe „Mareminde“ erzählt – illustriert von Eckhard Kowalke.

Demnach hat die Tochter des Meeresgottes, Mareminde, die ihm anvertraute Aufgabe, auf die Seelen der Verstorbenen zu achten, schändlich vernachlässigt und wurde zur Strafe auf dem Meeresgrund angekettet. Doch eines Tages zerbrach sie die Ketten und zeigte sich wieder im Licht der Sonne.

Jetzt ist sie nicht nur im Original, sondern auch als Replik zu erhalten: Kowalke hat 100 kleine Nixen aus Zinn gegossen und in Kleinarbeit nachgearbeitet. Zusammen mit einem Echtheitszertifikat gibt es sie für 250 Euro bei Reico, Liesegang, Ostavari und der Touristik zu kaufen, ebenso kleine Schlüsselanhänger. Postkarten sind in Arbeit.

Die Meerjungfrau ist 1997 durchaus kontrovers diskutiert worden: Zum einen sollte sie im Rahmen der 2. Kunst- und Kulturtage im Kurpark aufgestellt werden, was Eckhard Kowalke mit dem Satz „Eine Meerjungfrau gehört ans Meer“ ignorierte und die vier Meter hohe Skulptur schließlich am Strand positionierte. „Zum anderen riefen die üppigen Formen die Feministinnen auf den Plan“, erinnert sich Eckhard Kowalke. Sie konnte er jedoch schnell beruhigen: „Die Skulptur soll die Fruchtbarkeit und die Kraft aus dem Meer darstellen“, hatte er damals erklärt. „Sie ist ein Symbol für Frauenpower, die die Frauen aus der Unterdrückung führt.“

Eckard Kowalke wollte damals der Stadt eine Skulptur schenken, die mit dem Meer zu tun hat und nicht erklärt werden musste. Naja, „schenken“ – 10  000 Mark mussten schon bezahlt werden. Die Eckernförderin Margrit Selk startete deshalb eine Sammelaktion, um die Nixe am Strand halten zu können. Auch die Eckernförder Zeitung titelte am 15. Juli 1997 „Die Meerjungfrau muss bleiben“.

Den Wert der Nixe als Wahrzeichen für Eckernförde hat auch der Geschäftsführer der Touristik- und Marketinggesellschaft, Stefan Borgmann, erkannt, ist es doch wohl das mit am häufigsten fotografierte Motiv der Stadt. „Die Nixe hat ein großes Werbepotenzial, das noch nicht so genutzt wurde“, sagt er. Deshalb unterstützt die Touristik auch die Aktion der Künstler am 30. Juli ab 20 Uhr an der Nixe am Strand: Dort wird Eike Eschholz die Sage im Beisein von Eckhard Kowalke am Lagerfeuer vorlesen. Livemusik gibt es von Larry Krause.

>Die Sage von Mareminde gibt es für 5 Euro zu kaufen bei: OIC, Die Feinschmecker, Lazuli, Spieker, Achtmalacht, Starndcafé Erdine Sarapli, Reico, Liesegang, Buchhandlung am Gänsemarkt, Das feine Eck, Küstenkind, Tourist-Info und Galerie Carlshöhe

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