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Eckernförder Zeitung

20. Oktober 2017 | 02:20 Uhr

Eine neue Kuh muss her

vom

Spenden für die Gute-Nacht-Geschichten der Kirchengemeinde "Die Insel" für ein Kinderheim in Äthiopien

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

damp | "Halli, hallo, jetzt geht es los, wir fangen endlich an. Weil der Große dort, der Kleine da, nicht länger warten kann." Begeistert schwenken rund 30 Kinder ihre Arme zum Begrüßungslied. Jeden Abend, von Montag bis Freitag, von 18 bis 18.30 Uhr, gibt es im Traumstrandkorb direkt am Strand eine Gute-Nacht-Geschichte von der evangelischen Kirche "Die Insel". Geleitet normalerweise von Pastor Volker Struve. Am heutigen Abend hat Familie Zimmermann die Leitung. Die Urlauber aus Freiburg sind für zwei Wochen ehrenamtliche Helfer der "Insel".

Sohn Luca (12) hält eine Plüschkuh hoch. Diese soll nach der Gute-Nacht-Geschichte mit möglichst vielen Euros gefüttert werden. Seien die Spenden in den vergangenen Jahren für die eigene Gemeindearbeit verwendet worden, so Pastor Volker Struve, wolle "Die Insel" in diesem Jahr mit dem Erlös das Kidane Meheret Kinderheim im äthiopischen Addis Abeba unterstützen. Dort leben zurzeit rund 170 Waisen und Findelkinder im Alter von 0 bis 16 Jahre. Mehr als ein Drittel seien HIV positiv, oder bei ihnen sei die Krankheit bereits ausgebrochen, so Pastor Struve. Ausgelegt sei das Heim aber nur für 70 Bewohner. Nonnen könnten aufgrund der geringen Förderung durch den Staat nur eine minimale Grundversorgung leisten.

Eine Familie aus Waabs, die vor einigen Jahren zwei Kinder aus dem Heim adoptiert hat, unterstützt das Haus mit Lebensmitteln und Medikamenten. Sie hatte zwecks besserer Milchversorgung eine Kuh gekauft. "Diese hat vor kurzem einen Fußball gefressen und musste deswegen eingeschläfert werden. Jetzt will die Waabser Familie eine neue Kuh anschaffen, eine europäische, da diese mehr Milch gibt als die afrikanische", so Stuve. Diese kostet rund 600 US-Dollar. Pastor Struve und sein Team sind zuversichtlich, dass sie das Geld für die Kuh zusammen bekommen. Wird die Plüschkuh mit einer Spende gefüttert, muht sie zum Dank.

Luca und sein Bruder Jens (15) unterstützen mit ihrer Arbeit das Projekt. In ihrem zweizwöchigen Urlaub in Damp spielen die beiden Minestranten die Sockenpuppen Paul und Marie.

Sie sind die Stars der Gute-Nacht-Geschichte. Viele der kleinen Zuhörer lauschen an diesem Abend den Erlebnissen von Paul und Marie. Diesmal waren sie tagsüber in der großen Stadt Hamburg. Paul und Marie erzählen von den Erlebnissen bei der Bahnfahrt. "Sockenpuppen können alles und sind allmächtig", erklärt Jens. In ihrer Gute-Nacht-Geschichte arbeiten die beiden Brüder eigene Erlebnisse aus dem Alltag ein, die von Freundschaft, Streit, Anreise zum Urlaubsort handeln können. "Ein wenig reden wir auch von Gott", so die Brüder.

Mutter Heidrun (43) ist in Ermangelung der Gitarre von Pastor Struve für die musikalische Gestaltung zuständig, während Vater Peter (44) sich im Hintergrund hält. Die kleinen Zuhörer machen begeistert mit. Auch die rund 20 Erwachsenen, die sich um den Traumstrandkorb versammelt haben, lauschen andächtig.

Nach dem Abendsegen hält Luca die Plüschkuh in die Höhe. Sie will mit Spenden gefüttert werden, um eine neue Kuh für das Kinderheim zu kaufen.

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