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Umweltausschuss : Eine Kinderstube für Forellen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Lachsenbach und Möhlwischbach sollen wieder Heimat für viele Meerforellen werden.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 06:59 Uhr

Eckernförde | Nicht nur Menschen sollen sich in Eckernförde wohl fühlen, sondern auch Fische. Deshalb verfolgt die Stadt schon länger die Idee, den Lachsenbach zu renaturieren, um als Laichgewässer für Meerforellen zu dienen – ebenso der Möhlwischbach. Die Mitglieder des Umweltausschusses sahen sich beide gestern vor ihrer Sitzung bei einem Ortstermin aus der Nähe an.

Nachdem eine Untersuchung ergeben hatte, dass die Verrohrung des Lachsenbaches unter der Karlstraße stark abgängig ist, gab der Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt, Michael Packschies, gestern Entwarnung: Ganz so groß sei der Handlungsdruck laut einer neuen Untersuchung nicht, man könne das Vorhaben noch ausgiebig besprechen. Zwei Möglichkeiten gibt es: Entweder müssten die Rohre auf einer Länge von ungefähr 50 Metern erneuert oder die seit einigen Jahren bestehende Planung zur Öffnung des Lachsenbaches an dieser Stelle umgesetzt werden. Lachse und Meerforellen benötigen Tageslicht, um in dem Bach aufzusteigen und zu laichen. Dieses könnte man ihnen verschaffen, indem ein etwa 60 Zentimeter breiter und ein Meter tiefer Graben ausgehoben wird, den die Lachse und Meerforellen bachaufwärts schwimmen können. Der Graben soll teilweise mit Gittern zum Drüberfahren versehen werden.

Einige hundert Meter neben der Mündung des Lachsenbaches am Vogelsang fließt auch der Möhlwischbach auf Höhe des Segelclubs am Jungmannufer in die Ostsee. Hier hatte die Stadt den Mündungsbereich mit einer s-förmigen Schleife zu einer Aufstiegshilfe für Lachse und Forellen umformen lassen. Das Gelände war durch Baggerarbeiten bei der Erstellung des SCE-Geländes im Jahr 1970 um zwei bis drei Meter erhöht worden und wies nur noch ein „kanalisiertes Rinnsal“ auf, so Packschies. Jetzt sollen auch hier wieder Forellen heimisch werden und im sandigen Oberlauf ablaichen können.

Während die Fische ein neues Zuhause vorfinden, ist vielen Kastanienbäumen nicht mehr zu helfen: Sie sind unheilbar krank, befallen von Bakterien und Pilzen. „Es gibt keine Schutzmaßnahmen“, sagte Michael Packschies. „Der Befall führt innerhalb von zwei bis drei Jahren zum Absterben der Bäume.“ Größere Kastanien müssen dann aus Sicherheitsgründen gefällt werden, so wie jetzt drei Kastanien am Petersberg. Dort sollen als Ersatz drei Eichen gepflanzt werden. Auch im Park am Borbyer Ufer musste eine Kastanie gefällt werden, die von zwei Strahlern angeleuchtet wurde. Die Strahler versehen noch immer ihren Dienst – auch ohne Baum.

Schräg gegenüber hat sich der Borbyer Hausstrand entwickelt. Aufnahmen aus dem Jahr 1978 zeigen, dass dort damals noch kein Strand vorhanden war. Er hat sich nach dem Anlegen der Steinmole im Laufe der Jahre gebildet – inklusive Dünenvegetation. Im Masterplan Küste ist diese Vegetation nun als Biotop ausgewiesen. Um dieses zu schützen, müsste es allerdings eingezäunt werden, was Packschies als kontraproduktiv bezeichnet: Vegetation und Badebetrieb entwickelten sich gemeinsam und könnten auch weiter bestehen. Er will sich für einen „vernünftigen und schlanken Weg“ beim entsprechenden Landesamt einsetzen, so dass der Badebetrieb weiterhin möglich ist.

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