Jubiläumsempfang : Eine Idee setzt sich durch: 25 Jahre Stadtführungen

Telse Vorbrook (l.) von der Arbeitsgemeinschaft Stadtführung Eckernförde mit den drei Gründungsmitgliedern (v. l.) Birgit Schaaf, Irmgard Pöverlein und Uta Rohlfs , die am 6. Juni 1990 die erste Stadtführung übernahm.
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Telse Vorbrook (l.) von der Arbeitsgemeinschaft Stadtführung Eckernförde mit den drei Gründungsmitgliedern (v. l.) Birgit Schaaf, Irmgard Pöverlein und Uta Rohlfs , die am 6. Juni 1990 die erste Stadtführung übernahm.

Wie aus Stadtbilderklärern gewiefte und versierte Stadtführer wurden: Die Arbeitsgemeinschaft Stadtführung Eckernförde erinnert beim Jubiläumsempfang im Ostsee.Info-Center an die Anfänge.

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17. Juli 2015, 18:55 Uhr

Eckernförde | Als Sven Wlassack 1988 nach Eckernförde kam und der erste Kulturbeauftragte im Lande wurde, staunte der Wiener über die Schönheit der kleinen Ostseestadt. In ihm reifte die Idee, die „Schönheiten dieser Ostseeperle“ möglichst vielen Menschen zu zeigen – und zwar mittels Stadtführungen. Der damalige, sehr von Wlassack geschätzte Kurdirektor Ruprecht Bernhard wollte noch nicht so richtig anbeißen: „Was sollen wir den Menschen denn zeigen, zwei Kirchen und einen Rundspeicher, sonst haben wir ja nichts“, erinnerte sich Wlassack an Bernhardts erste Reaktion. Doch auch er ließ sich später vom Erfolg der Stadtführungen beeindrucken. Gestern feierte die am 29. Mai 1990 gegründete Arbeitsgemeinschaft Stadtführung Eckernförde ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem Empfang im Ostsee-Info-Center mit Musik von Meike Salzmann (Akkordeon) und Ulrich Lehna (Klarinette), Häppchen und einer Dalli-Quick-Show von Hans Willomitzer.

Der inzwischen pensionierte und wieder in Wien lebende Sven Wlassack erinnerte daran, wie er mit Hilfe des neuen Kurdirektors Werner Pötzsch, eines „DDR-Praktikanten“ im Stadtarchiv, dem damaligen Museumsleiter Hans Jessen und dessen Nachfolger Dr. Uwe Beitz weiter am Konzept feilte, das letztlich von Bürgermeister Klaus Buß und dem Magistrat genehmigt wurde. Die Stadtführer hießen damals übrigens „Stadtbilderklärer“.

Und los ging’s. Der erste Lehrgang für die Stadtführer startete am 31. Januar 1990 mit 50 Teilnehmern an der Volkshochschule, damals noch unter der Leitung von Wolfgang Nolle, der erste „Bewährungsgang“, also die Prüfung, folgte am 31. März 1990. Und nach der Gründung der Arbeitsgemeinschaft führte Stadtführerin Uta Rohlfs die ersten Gäste am 6. Juni 1990 durch Eckernförde. Daraus wurden 37 Stadtführungen im ersten Jahr. Von den Gründungsmitgliedern waren gestern noch Uta Rohlfs, Birgit Schaaf und Irmgard Pöverlein dabei, die sich inzwischen aus dem aktiven Dienst zurückgezogen haben. Arnold Metzger erinnerte in seiner bekannt humorvollen Art an die ersten kostümierten Stadtführungen mit Volker Baudach im Fischerhemd und ihm in Hüttener Tracht. Im mitgeführten Geigenkasten befand sich übrigens keine Geige, sondern Kartoffelschnaps der Firma Behn.

Heute sind die Touren ausgefeilt, werden von den 40 Stadtführern in mehreren Sprachen angeboten und sind auf spezielle Themen wie Badeleben, Fischerei oder Bäume zugeschnitten. Das vielfältige und attraktive Angebot kommt sehr gut bei den Gästen und Einheimischen an, die Stadtführer weihen pro Jahr rund 2300 Teilnehmer in die Geschichte, und Geschichten der Stadt und seiner markanten Bewohner ein. Und neue Angebote gehören inzwischen zum guten Ton der Stadtführer unter Leitung von Telse Vorbrook. Aktuell kündigte sie eine Führung „Rund um den Borbyer Wasserturm“ an. Cäcilie Dronske wird auch dabei wieder unbezahlbare Dienste bei den Recherchearbeit leisten. Ihr Einsatz wurde gestern von Vorbrook und mehreren Stadtführern lobend hervorgehoben.

Bürgervorsteherin Karin Himstedt sprach von einem „Super-Angebot für Touristen, aber auch die Eckernförder können viel über ihre Stadt lernen“. Touristikchef Stefan Borgmann lobte den unermüdlichen Einsatz der Stadtführer, Opsteckfru Stine (Christel Fries)und Fischer Fiete (Werner Pötzsch) hätten inzwischen Kultstatus erreicht. Der Vorsitzender der Borbyer Gilde, Lorenz Marckwardt, sprach von einer lebendigen Kultur, die durch die Stadtführer am Leben erhalten werde. Sie seien aus Eckernförde nicht mehr wegzudenken, er wünschte ihnen noch viele weitere Jubiläen.

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