Gettorf : Eine ganz besondere Weihnachtsfeier

Davit aus Armenien freut sich über einen der Pullis, die die Isarnwohld-Schüler Melina Grotkopp und Michel Werner für die Flüchtlinge mitgebracht haben (v.l.).
Davit aus Armenien freut sich über einen der Pullis, die die Isarnwohld-Schüler Melina Grotkopp und Michel Werner für die Flüchtlinge mitgebracht haben (v.l.).

Flüchtlingsbeirat richtet einen Abend für die im Amtsbezirk aufgenommenen Asylbewerber aus / Isarnwohld-Schüler überreichen Kleiderspenden

shz.de von
23. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Die Tische sind festlich gedeckt. Familien mit Kindern sind gekommen und einzelne Männer aus Syrien, dem Irak, Armenien, Serbien, dem Kaukasus und Eritrea. Kerzen brennen, es duftet nach Orangen, Glühwein, selbstgebackenem Kuchen und Keksen. Jugendliche Blechbläser vom Jugendrotkreuzorchester Eckernförde spielen Weihnachtslieder, die Kinder spielen auf dem Fußboden Mikado. Der bei der Kirchengemeinde Gettorf angesiedelte Flüchtlingsbeirat hat die im Amtsbereich Dänischer Wohld untergebrachten Menschen zu einer Weihnachtsfeier ins Gemeindehaus im Pastorengang eingeladen.

„Wir feiern gemeinsam Weihnachten, singen Weihnachtslieder und es gibt auch kleine Geschenke, um allen eine Freude zu machen in der schwierigen Zeit“, erzählt Inga Tolk, die sich ehrenamtlich im Flüchtlingsbeirat engagiert.
Bei allen, die für die Geschenke gespendet haben, bedankt sie sich ganz herzlich. „Es sind auch Muslime dabei“, erzählt sie. „Ihnen wollen wir zeigen, wie man bei uns Weihnachten feiert. Sie leben ja nun hier.“ Gesprochen wird auf Deutsch, Englisch und Französisch.

Später verteilen die Schülervertreter Julia Engellandt und Michel Werner mit Melina Grotkopp von der Gettorfer Isarnwohld-Schule übriggebliebene Schul-T-Shirts und Pullis an die Flüchtlinge. Ein Besuch von Flüchtlingen, die den neunten Klassen von ihrem Schicksal berichtet haben, löste eine Welle der Hilfsbereitschaft an der Schule aus. „Wir haben mitbekommen, dass sie nichts haben, weder Geld noch Kleidung“, erzählt Julia Engellandt. Plakate am schwarzen Brett brachten säckeweise Kleiderspenden, die bereits in die DRK-Kleiderkammer geliefert wurden. Hauptsächlich Wintersachen. Mützen, Schals, Jacken, Pullover, Hosen, aber auch Schuhe und Decken. Melina Grotkopp hatte dazu die Idee, übriggebliebene Schul-T-Shirt und Pullis mit dem alten Namenszug an die Flüchtlinge zu verschenken. In der Lehrerschaft kam die Idee auf, ihnen Deutschunterricht in der Schule anzubieten. Das Projekt ist aber noch nicht gestartet.

Felo und Sofi Amatuni mit ihren Söhnen Rafi (fast 2) und David (8 Monate) aus Syrien sind dankbar für das Fest und die Geschenke, Spielzeug, für ihre Söhne. Sie sind armenisch-katholische Christen. Seit März sind sie in Deutschland. Erst in Neumünster, dann zwei Monate in Schinkelerhütten, seit Juli in Gettorf. Ihr Asylverfahren dauert an. Sofi ist sehr froh, mit ihrer Familie in Gettorf in einer kleinen Wohnung untergekommen zu sein. Sie lächelt und sagt: „Jetzt ist alles gut.“






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