Domstag : Eine Fußgängerampel für die B 76

Wie lange die Ampelanlage noch ausfällt, ist ungewiss.
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Wie lange die Ampelanlage noch ausfällt, ist ungewiss.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr lässt heute (21. Mai) ein Provisorium für Fußgänger an der defekten Ampelanlage einrichten. Die Dauer des Ampelausfalls ist weiterhin nicht absehbar.

shz.de von
21. Mai 2015, 06:31 Uhr

Eckernförde | So langsam haben die Eckernförder die Nase voll: Immer wieder fällt die kombinierte Schranken- und Ampelanlage am Domstag aus und stellt die Verkehrsteilnehmer auf eine Geduldsprobe. Ganz zu schweigen von der Gefahr für Fußgänger und Radfahrer beim Überqueren der B 76. Seit gut drei Wochen nun ist die Ampelanlage außer Betrieb, doch mittlerweile gibt es eine vorübergehende Lösung: Noch heute (21.5.) soll eine provisorische Fußgängerampel installiert werden.

Der Grund für den Ampelausfall: Ein elektronisches Bauteil in der Kombination von Schranken- und Lichtsignalanlage ist defekt. Zwei Partner sind hier in einer Zwangsehe miteinander verbunden: Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr mit seiner Ampelanlage möchte die Technik schon lange erneuern, doch die Bahn verweigert sich bislang dem Anliegen, weil die 1987 gebaute Schrankenanlage ihr Mindestalter noch nicht erreicht hat. Doch beide Anlagen müssen aufeinander abgestimmt werden. Die Bahn peilt laut Pressesprecher das Jahr 2019 für eine komplette Erneuerung an.

Für die Eckernförder wird es auf jeden Fall Zeit. Sie erinnern sich noch gut daran, wie im Dezember 2013 die kombinierte Schranken- und Ampelanlage ausfiel und Mitarbeiter fünf Monate lang den Bahnübergang bei Zugdurchfahrt per Hand absperrten. Im Anschluss machte die Anlage immer wieder schlapp.

In der Bürgerfragestunde der Ratsversammlung brachte Detlef Behrens, Anwohner der B 76, das Thema zur Sprache. Er sah besonders Schulkinder und andere Fußgänger in Gefahr und wollte wissen, was die Stadt zu unternehmen gedenkt – kurz-, mittel- und langfristig.

„Wir sind genauso verärgert wie die Betroffenen“, sagte Bürgermeister Jörg Sibbel und zog den geplanten Punkt seines Verwaltungsberichts zur Beantwortung der Frage vor. Die Situation sei nicht hinnehmbar, doch die Zuständigkeit liege beim Land, weshalb man beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Rendsburg „Druck gemacht“ und eine Fußgängerampel gefordert habe. Die Stadt selbst habe sofort nach Kenntnisnahme Achtungsschilder aufstellen lassen und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h eingerichtet.

Detlef Behrens genügte das nicht: „Es muss etwas geschehen, bevor jemand überfahren wird. An die 30 km/h hält sich niemand. Was genau macht die Stadt?“ Antwort Bürgervorsteherin Karin Himstedt: „Das ist das, was wir tun können. Wir können da nicht mehr machen.“ Auf die Nachfrage nach Schülerlotsen antwortete Ratsherr Oliver Fink (FDP), dass die Stadt genausowenig in den Verkehrsraum eingreifen dürfe wie Privatpersonen. „Wenn Sie meinen, dass die Stadt ihre Angestellten in den Verkehr werfen sollte, frage ich: Warum tut es keiner von den Anwohnern? Die Stadt hat nicht mehr Rechte als Sie.“

Ratsherr Jörg Hollmann (CDU) regte sich auf: „Ich bin empört.“ Jedoch habe die Stadt keine mittelbare Ordnungsverfügungsmacht. Er schlug dem Bürgermeister vor, Akteneinsicht im Verkehrsministerium zu fordern, schließlich habe man 2013 die Zusage erhalten, dass der Bahnübergang zur Chefsache erklärt worden sei. Die Polizei in die Pflicht nehmen wollte Ratsherr Jürgen Neumann (SPD), während Michael Kornath (CDU) den Schulkindern riet, die Kreuzung zu meiden und stattdessen über die Sehestedter Straße zum Schulzentrum zu gelangen.

Doch schon einen Tag später hatte sich die Frage nach Schülerlotsen erledigt: Der Landesbetrieb hat der Einrichtung einer Fußgängerampel nach eingehender Prüfung zugestimmt. Sie wird heute in einer Basisvariante aufgestellt und nach Pfingsten mit verfeinerter Technik für die Abbiegespuren ausgerüstet.

Wie lange die Ampelanlage noch ausfällt, steht nicht fest. Ein Originalersatzteil für die veraltete Technik gibt es nicht mehr, weshalb die Bahn jetzt entscheiden muss, ob ein Ersatzteil extra angefertigt werden oder weitergehende Reparaturen durchgeführt werden sollen.

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