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Eine Frage der Moral: John le Carrè und sein neues Werk

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 05.Feb.2014 | 18:40 Uhr

Ich möchte auf das neue Buch des englischen Autors John le Carrè aufmerksam machen. Es heißt „Empfindliche Wahrheit“.

Der Autor wurde als junger Mann nach seinem Studium vom englischen Geheimdienst angeworben und arbeitete für diesen unter anderem in Deutschland. Unter diesem Eindruck veröffentlichte er seine ersten Bücher, das bekannteste wurde „Der Spion, der aus der Kälte kam“, spätere Bücher beschäftigten sich ebenfalls mit dem Kampf der Geheimdienste im kalten Krieg. Einige wurden verfilmt, zum Beispiel mit Richard Burton und Sir Alec Guiness. Kritiker bestätigen seinen literarischen Rang.

Nach dem Ende des kalten Krieges wandte er sich anderen Themen zu, in den letzten Jahren dem Kampf gegen den Terror. Damals wie heute beschreibt er, was aus Menschen wird, die für eine an sich gute Sache kämpfen, dafür aber Mittel und Methoden ihrer Gegner einsetzen. In dem vorliegenden Buch geht es um drei Staatsbedienstete, einen Soldaten und zwei Angehörige des Außenministeriums. Sie werden in einer Aktion auf Gibraltar eingesetzt und erkennen erst später, das diese illegal war und Unschuldige ums Leben kamen. Es schildert, was das aus ihnen macht und ihren Konflikt zwischen Loyalität zu ihrem Dienst und ihrer Moral. Was sie in erhebliche Gefahr bringt.

Wie le Carrè das beschreibt und wie die Protagonisten (und der Leser) nach und nach die Wahrheit entdecken hat Stil. Eine gewisse Nähe zu Vorgängen, die uns heute bewegen ist offensichtlich.

Das der Roman zeitlich vor den bekannt gewordenen Aktivitäten geschrieben wurde zeigt, das der Autor ein gutes Gespür für Dinge hat, die im Verborgenen geschehen.

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