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Informationsabend zur Prävention : Einbrüche: Bürger halten zusammen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach Einbruchserie werden Bürger aktiv / Polizei und Fachfirmen informierten im Strandhotel / Informationskette warnt die Nachbarn und Anwohner

Strande | Knapp 30 Einbrüche und mehrere Versuche schweißen die Bürgerinnen und Bürger Strandes zusammen (wir berichteten). Am Mittwoch nahmen zahlreiche Einwohner die Gelegenheit wahr, sich auf einer Präventionsveranstaltung im Strandhotel zu informieren und sich beraten zu lassen.

Zeitweise drangvolle Enge herrschte an den Ständen der Fachfirmen, welche die Interessierten über einbruchssichere Fenster, Schlösser, Schließanlagen oder auch Alarmanlagen berieten; auch bei den Beamten der Präventionsstelle der Polizeidirektion Neumünster war die Nachfrage groß. Bürgermeister Holger Klink betonte in seiner Begrüßung, dass viele Bürger den Wunsch nach einer solchen Veranstaltung geäußert hatten, leiden doch alle extrem unter den Einbrüchen der letzten Zeit. „Hier haben Sie die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen, sich beraten zu lassen oder auch Termine für Hausbesuche zu vereinbaren, um sich vor Ort beraten zu lassen“, so der Bürgermeister, der darauf hinwies, dass es keine Verkaufs-, sondern eine Informationsveranstaltung sei. Klinks ausdrücklicher Dank galt der Polizei, die zurzeit sowohl uniformiert als auch in Zivil verstärkt im Ort präsent ist. „Wir sind momentan seitens der Polizei sehr gut versorgt – trotz der dortigen Personalsituation“, lobte Klink. Auch auf die Selbsthilfe der Einwohner ging Klink ein, indem er feststellte: „Ich bin überrascht, wie stark die Leute jetzt auf ihre Nachbarn und deren Grundstücke achten“. Zeitgleich warnte er aber auch davor, jedes Handwerkerfahrzeug im Ort oder jedes Liebespärchen, das am Abend über die Promenade läuft, als potentielle Einbrecher zu sehen.

Auf großes Interesse stieß das Informations- und Alarmierungssystem für die Bürger, das Fritz Schäfer zusammen mit Jens-Uwe Beucke und Gerd Schneider initiiert hat und zu dem sich die Besucher am Mittwoch anmelden konnten. Ein Verfahren, bei dem Bürger, die einen Einbruch oder einen Versuch beobachten, nachdem sie ihn der Polizei gemeldet haben, auch an eine Telefonnummer der Kieler Wach- und Sicherheitsgesellschaft (KWS) melden können. Von der KWS werden dann alle am System teilnehmenden Bürger per WhatsApp über den Vorfall informiert; alle die zur Info per WhatsApp keine Möglichkeit haben, werden per SMS oder per E-Mail benachrichtigt. „Für diejenigen, die keine der drei Möglichkeiten nutzen können, Senioren beispielsweise, ist eine Information per Telefon in Planung“, wie Fritz Schäfer betonte. „Wir wollen damit die Polizei bei ihrer guten Arbeit im Ort unterstützen“, meinte Jens-Uwe Beucke, der mit seiner Firma d.veleop den Aufbau des Systems und auch die Kosten für die Startphase übernommen hat.

Da es sich bei den Einbrüchen vielfach um Serien handelt, bei der mehrere Einbrüche nacheinander erfolgen, können die Bürger durch die Infos zu erhöhter Wachsamkeit angehalten werden, Präsenz in den Straßen zeigen und die Beleuchtung verstärken, um so die Täter abzuschrecken. Bereits bestehende Informationsketten, durch die die Zahl der Einbrüche offenbar schon etwas reduziert worden ist, sollen, so Fritz Schäfer, in das neue „offizielle“ Infosystem integriert werden, mit dem die Strander schnell Nägel mit Köpfen gemacht haben. „Von der ersten Idee bis zum heutigen Start sind gerade mal gut zwei Wochen vergangen“, so Schäfer, der betonte, dass das Ganze absolut nichts mit einer „Bürgerwehr“ zu tun hat. In den nächsten Monaten soll das System, das mit dem Bürgermeister abgesprochen ist, getestet werden und danach, so es sich bewährt, über eine langfristige Weiterentwicklung entschieden werden. Schwere Zeiten kommen auf Einbrecher zu – jedenfalls in Strande.
>Bürger, die am Informationssystem teilnehmen wollen, können sich ab sofort täglich von 9 bis 12 Uhr im Bürgerbüro bei Heiko Drescher per Eintrag in eine Liste registrieren und werden in das Verteilersystem aufgenommen.

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