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Langfinger unterwegs : Einbruchserie schweißt Strander zusammen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bürger wollen sich besser vernetzen / Bürgermeister bittet um verstärkte Aufmerksamkeit

Die Angst geht um: An zwei Wochenenden wurde in der Gemeinde im großen Stil eingebrochen. Am ersten Wochenende um den 7. November wurden sieben Einbrüche gemeldet, am vergangenen Wochenende waren es mindestens fünf weitere. „Ich habe Bewegungsmelder, eine Alarmanlage und einen Hund - trotzdem haben sie es in einer Nacht offenbar gleich zweimal versucht“, berichtet Prof. Dr. Fritz Schäfer. In einem Rundschreiben hatte er auf die Situation aufmerksam gemacht und aufgerufen, zur Sitzung des Sozialausschusses am Montag zu kommen – und mehr als 60 Bürger waren dem Aufruf in das Kaminzimmer des Acqua Strande gefolgt.

Bürgermeister Dr. Holger Klink steht in ständiger Verbindung mit der Polizei und dem Amt und informierte die verunsicherten Bürger über den aktuellen Stand. Die Präsenz der Polizei sei im ländlichen Raum nicht mehr so ausgeprägt. Und auch wenn im Moment massiv Streife gefahren werde, auch in Zivil, haben die Menschen große Angst. Einen Vorwurf wollte den Polizisten an diesem Abend jedoch niemand machen. Ein Appell, an die Landespolitik, die Dienststellen, die laut Schäfer zwischen Neumünster, Rendsburg und Eckernförde nachts teilweise nur mit drei Fahrzeugen und sechs Personen im Einsatz sind, wieder vermehrt mit Personal auszustatten, waren die Worte des Bürgermeisters und der Anwohner allerdings schon.

Aber Klink rief auch die Bürger selbst zu mehr Aufmerksamkeit auf. Die beiden Einbruchswellen liefen nach einem bestimmten Muster ab. Tagsüber scheinen Späher unterwegs zu sein: Es sind Fahrzeuge in der Gemeinde gesehen worden, darunter ein weißer Transporter, aber auch ein schwarzer SUV, deren Fahrer bei Ansprache mit überhöhter Geschwindigkeit das Weite gesucht haben. Es wurde an den Haustüren gebettelt, und Häuser wurden fotografiert. „Das ist unüblich“, so Klink. Eingebrochen wurde vornehmlich abends und nachts. Klink bat die Anwohner bei jeder Auffälligkeit zu reagieren, Fotos zu machen, Autonummern zu notieren - vor allem aber Nachbarn, Freunde, Bekannte und die Polizei zu informieren. „Versuchen Sie es nicht über die Dienststelle – wählen Sie gleich die 110“, forderte er eindringlich auf.

Dennoch sei auch Vorsicht sei bei Verdächtigungen geboten: Nicht jeder, der nachts dunkel gekleidet oder mit vollen Plastiktüten über die Promenade oder durch die Straßen laufe, sei ein Einbrecher. Aus dem Publikum kamen verschiedene Anregungen: Mehr Beleuchtung im eigenen Garten, Bewegungsmelder, ein privater Wachdienst als zusätzliche Sicherung, Kameras im privaten Bereich, Alarmanlagen.

Am Ende einigte man sich auf eine Bürgerversammlung mit Fachreferenten, die jetzt so schnell wie möglich einberufen werden soll. Auch eine Vernetzung über soziale Netzwerke oder mobile Nachrichtendienste wurde angesprochen: Eine SMS-Kette, mit der möglichst alle Bürger erreicht werden können, soll kurzfristig angeschoben werden.

Zu wissen, dass hier alle gemeinsam an einem Strang ziehen wollen, beruhigte zumindest einige der Gäste. Als Dorfgemeinschaft zusammen das Problem angehen, das wollte auch Prof. Dr. Fritz Schäfer mit seinem Schreiben. „Es ist ein völlig unpolitisches Statement. Ich will auch keine Bürgerwehr. Ich wollte nur alle sensibilisieren“, erklärte er abschließend. 

>Am 2. Dezember wird die Präventionsstelle der Polizei aus Neumünster in Strande mit einem Infostand vor Ort sein. Der Standort wird noch bekannt gegeben. Die Beamten werden sich von 17 bis 21 Uhr für die Bürger Zeit nehmen und auf Wunsch auch private Haustermine vereinbaren.




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erstellt am 18.Nov.2015 | 07:12 Uhr

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