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liebe für alle - hass für keinen : Ein Zeichen in schwerer Zeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die muslimische Gemeinde Ahmadiyya aus Kiel pflanzte am Wochenende in Felm einen Friedensbaum. Der Baum soll den Frieden zwischen den Religionen symbolisieren.

Am Sonnabend hatte bei ansonsten regnerischem Wetter der Himmel ein Einsehen: Als um 14 Uhr die Vertreter der muslimischen Gemeinde Ahmadiyya aus Kiel und der stellvertretende Felmer Bürgermeister Norbert Lähn (SPD)die Streuobstwiese betraten, um gemeinsam einen besonderen Baum zu pflanzen, war es trocken. Eine Gruppe Muslime war gekommen und einige Felmer Bürger, um diesem feierlichen Akt beizuwohnen.

„Liebe für Alle – Hass für Keinen“, das ist das Motto der muslimischen Gemeinde und unter dieser Prämisse wollen sie erreichen, dass Muslime, Christen und Angehörige anderer Religionen in Frieden miteinander leben. Der Baum als Zeichen des Friedens und wichtiges Symbol: So wie in guter Baum tief in der Erde verwurzelt ist, so möge auch der Frieden zwischen den Religionen verwurzelt sein, so erklärte Mounir Ben Aissa, der in der muslimischen Gemeinde als Koranlehrer fungiert. „Gerade, wenn gute Dinge vom Bösen überschattet werden, ist es wichtig, Zeichen zu setzen“, betonte Mounir Ben Aissa, „Wir alle sind tief betroffen und entsetzt von dem, was in der Nacht zu Sonnabend in Paris geschehen ist, es ist nicht zu begreifen“, sagte der Koranlehrer und fuhr fort: „Allah sagt: Wer einen Menschen tötet, für den soll es sein, als habe er die ganze Menschheit getötet. Und wer einen Menschen rettet, für den soll es sein, als habe er die ganze Welt gerettet.“

Gemeinsam setzten Norbert Lähn und der Imam Adeel Ahmad Shad das Bäumchen in die Erde. Im Anschluss initiierte der Imam ein stilles Gebet, Muslime und Christen beteten gemeinsam und jeder auf seine Weise. Dann baten die Vertreter der Ahmadiyya-Gemeinde ins „Dörpshus“, wo sie einen kleinen Imbiss vorbereitet hatten. Mounir Ben Aissa rezitierte zwei Verse aus der 13. Sure des Koran auf Arabisch und gab anschließend eine Übersetzung ins Deutsche. Im Anschluss stellte der Imam die Ahmadiyya-Gemeinde näher vor. Die Kieler Gemeinde sei relativ klein und die Mitglieder bringen alle finanzielle Opfer. Aus diesen Spenden würden auch die Bäume erworben, die dann wiederum an deutsche Städte und Gemeinden gespendet würden.

Die Ahmadiyya-Muslim-Jamaat (Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft) ist aus der Ahmadiyya Muslim-Bwegegung hervorgegangen, die Ende des 19. Jahrhunderts im damaligen Britisch-Indien entstanden war. Diese Glaubensrichtung sehe ihren Auftrag in der Wiederherstellung der ursprünglichen Lehre des Islam. Hierin sei der Gebrauch von Gewalt sei verboten und die wichtigsten Werte seien Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Gleichberechtigung von Mann und Frau und die Trennung von Staat und Religion. In Deutschland hat die Ahmadiyya-Gemeinde 40  000 Mitglieder, in Schleswig-Holstein gebe es sieben Gemeinden.

Norbert Lähn bedankte sich: „Die Gemeinde Felm ist stolz, für dieses Projekt ausgewählt worden zu sein. Dies ist der richtige Weg und ein richtiges Zeichen, gerade in diesen Tagen einen Friedensbaum zu pflanzen.“

Zum Abschluss überreichte der Imam der Gemeinde Felm einen Acrylaufsteller mit dem Wahlspruch der islamischen Gemeinde und einiges an Informationsmaterial.

So möge man sich wünschen, dass das, was hier im Kleinen funktioniert, auch irgendwann im Großen funktioniert: Muslime und Christen gemeinsam respektvoll an einem Tisch, im Dialog miteinander, so die Botschaft des gemeinsam gepflanzten Bäumchens.

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