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Wahrzeichen : Ein Wahrzeichen der Stadt wird geentert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Heimatgemeinschaft lädt zu Besichtigung des Rundsilos ein / Großes Interesse – Wiederholung geplant

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2017 | 06:15 Uhr

Eckernförde | Diese Führung ist ein Renner: Zwischen 150 und 200 interessierte Besucher standen am Mittwochnachmittag vor dem Rundspeicher am Hafen, um die 154 Stufen bis zum achten Stockwerk zu erklimmen. Eingeladen hatte die Heimatgemeinschaft zu der Besichtigung in Absprache mit der Eigentümerin Sabine Rothe. „Ich lebe mein ganzes Leben in Eckernförde, bin aber noch nie auf dem Silo gewesen“, verrät einer der vielen Besucher.

Fritz Blaas nahm die Besucher an die Hand und erzählte ihnen die Geschichte des Getreidesilos: Im Dezember 1931 wurde der Speicher eingeweiht, seine Bauzeit betrug nicht einmal ein halbes Jahr – dabei war Handarbeit angesagt. Nur die Erstellung des Betonfundaments erfolgte durch ein Hamburger unternehmen, alle weiteren Arbeiten wurden durch Eckernförder Firmen und deren Arbeiter geleistet – ohne Maschinen. Auftraggeber war der Getreidekaufmann Friedrich Siek, Architekt war Heinrich Hansen.

In dem 38,5 Meter hohen Bauwerk konnten 3500 Tonnen Getreide gelagert werden, das auch per Schiff angeliefert und abtransportiert wurde. Es wurde bei Annahme auf Feuchtigkeit geprüft und dann mit heißer Luft getrocknet. Ein Elevator (Becheraufzug) transportierte das Korn nach oben, wo es in 20 Kammern verteilt wurde.

Schon 1972 wurde das Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt, das bis 1986 als Getreidespeicher diente. 2004 wurde nach einer von Jochen Hillers initiierten Kunstaktion zugunsten Unicef ein 2,60 Meter großer Engel aus Kunststoff auf dem Dach des Silos befestigt. Seit 2008 befindet sich im Kontrast zum Engel auf dem Dach im Erdgeschoss des Gebäudes das Restaurant „Luzifer“.

Warum das Gebäude nicht anderweitig genutzt wird, fragten sich viele Besucher: Fritz Blaas wusste, warum: Die gesetzlichen Auflagen für eine andere Nutzung des unter Denkmal stehenden Gebäudes seien entweder kostspielig oder abschreckend. „Aber vielleicht kommt irgendwann einer mit der zündenden Idee.“

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