Hilfe für Tansania : Ein Verein spendet Bildung und Perspektive

Schüler traten als tanzende Elefanten  zur Eröffnung des neuen Gebäudes auf.
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Schüler traten als tanzende Elefanten zur Eröffnung des neuen Gebäudes auf.

Hanne Pischke und ihr Verein „die schule in afrika“ geben den Menschen in Afrika Perspektiven

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20. März 2014, 08:00 Uhr

Die Kleidung zerlumpt, knurrende Mägen und wenig Hoffnung auf ein besseres Leben – so sieht der Alltag für viele Schulkinder in Tansania aus. Hanne Pischke bringt an dieser Stelle ein Licht ins Dunkel.

Bei der „Karambacha Primary School“ in den Pare-Bergen nahe des Kilimandscharo ist daraus schon ein helles Leuchten geworden: Vor zehn Jahren war sie zum ersten Mal während einer Privatreise dort und sah die hungrigen Kinder in überfüllten Klassen. Viele von ihnen müssen stundenlang zur Schule laufen, arbeiten den ganzen Tag auf den Feldern und haben doch zu wenig zu essen. Da war Hanne Pischke klar, dass sie helfen muss.

Sie verkaufte selbst gebackene Kekse und Marmelade auf dem Weihnachtsmarkt in Eckernförde und kehrte mit 700 Euro zurück nach Tansania, wo sie die Grundschule unterstützte. Das war das Startkapital für ein Engagement, das bis heute andauert.

Über Spendengelder hat sie Schulspeisungen und den Bau eines Kochhauses finanziert. Ein Technik-Raum konnte eingerichtet werden, Lehrmittel angeschafft und viele Patenschaften für Waisenkinder vermittelt werden. Irgendwann wurde das Projekt zu groß, und die medizinisch-technische Assistentin für Radiologie gründete im Jahr 2011 den Verein „die schule in afrika“. Über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Patenschaften bringt er jährlich 10 000 Euro auf, um den Ärmsten der Armen eine Perspektive zu schaffen.

Das jüngste Projekt war der Bau eines Multifunktionsraumes an der Grundschule. Zur feierlichen Einweihung war Hanne Pischke mit den Vereinsmitgliedern Jane Schwarz und Jutta Thoms-Kohrt vor kurzem dort. Stühle, eine Tafel, Atlanten und die Ausstattung der Erstklässler mit Tasche, Bleistiften und Heften konnten sie als Geschenk überreichen. Sie sangen Lieder mit den Vorschulkindern, spielten mit Handpuppen. Zusammen mit Jutta Thoms-Kohrt strickten die Schüler Mützen und durften ihrer Kreativität mit Fotoapparaten freien Lauf lassen. Hanne Pischke hielt sogar ihre erste Rede auf Kesuaheli, der Heimatsprache.

Die Grundschule umfasst sieben Jahre. Erst auf der weiterführenden Schule müssen Schulgebühren bezahlt werden – für viele Familien eine unüberwindbare Hürde. Der Verein „die schule in afrika“ unterstützt zurzeit 35 Kinder in diesem Bereich. Vier Schüler steuern das Abitur an, eine Schülerin wird zur Vorschullehrerin ausgebildet, vier suchen zurzeit einen Ausbildungsplatz. „Individuelle Betreuung ist wichtig“, sagt Hanne Pischke. „Es bringt nichts, ihnen Schulbildung zu vermitteln und dann allein zu lassen.“

Aktuell sucht der Verein vier Pateneltern für zwei Jungen und zwei Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren. Eine Patenschaft kostet 15 Euro im Monat. „Wir freuen uns aber auch über Einzelspenden für die Schulspeisung oder Schulmaterial“, sagt Hanne Pischke. „Alles, was an Spenden eingeht, geht zu 100 Prozent nach Usangi.“

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