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Eckernförder Zeitung

22. November 2017 | 08:47 Uhr

St. Martin : Ein Umzug mit Zeitproblem

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Viele Kinder und Eltern verpassten den St.-Martinsumzug wegen unterschiedlicher Zeitangaben.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2017 | 05:59 Uhr

Eckernförde | In mühseliger Kleinarbeit haben Kinder bereits Tage vor dem 11. November an ihren Laternen gebastelt. Mit Papier, Kleister, Farbe und Luftballons haben sie an den leuchtenden Kunstwerken gearbeitet. Freudig warteten sie auf den Tag, an dem es wieder durch die Straßen schallte: „Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir“.

Beim Martinsumzug der Kirchengemeinden St. Nicolai, Borby und St. Peter und Paul sowie der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH lief es dieses Jahr jedoch nicht rund: Einige Kinder und Erwachsene verpassten den Laternenumzug durch die Straßen Eckernfördes. Der Veranstaltungskalender der Touristik zeigte den Beginn für 17 statt für 16 Uhr an, was teilweise von der Presse übernommen worden war. So kamen einige Teilnehmer erst später dazu. „Für die Kinder ist der Umzug jedes Jahr ein Highlight, wenn das ersatzlos wegfällt, ist das sehr schade,“ ärgerte sich Familie Körner, die aus Bordesholm angereist war. Trotz dieser Schwierigkeiten erfreuten sich Kinder an der Festlichkeit. „Mir gefallen besonders die Laternen und das Singen“, sagt Lynn Koglin mit ihrer grünen Laterne „Gustav“.

Die anwesenden Kinder freuten sich zudem auf Sankt Martin, der von Angela Beyer bereits zum elften Mal auf Pferd Willi verkörpert wurde. Mit rotem Mantel und einer stattlichen Krone, begleitet von Gesang und Gitarrenmusik, ritt sie der kleinen Gruppe durch die Straßen voran. Die Laternenläufer starteten sowohl von der Borbyer Kirche als auch von der St.-Peter-und-Paul-Kirche in Richtung St. Nicolai im Stadtzentrum. Auf dem Vorplatz erhielt Pferd Willi für sein Engagement einen Sack Möhren. Das arabische Halbblut blieb trotz Gesang, leuchtenden Laternen und neugierigen Kindern entspannt. „Es ist nicht einfach, ein Pferd zu finden, das bei diesen Bedingungen ruhig bleibt,“ so Angela Beyer. Nach der Verabschiedung liefen Nachzügler Ross und Reiterin hinterher, um wenigstens noch einmal das Pferd von St. Martin zu bestaunen. Einige Eltern entschieden nach der unglücklichen zeitlichen Koordination, eine eigene Laternenrunde zu laufen, um die feuchten Kinderaugen zu trocknen.

Wer der Mann mit dem roten Mantel ist? Das gerät bei den Laternenläufern zunehmend in Vergessenheit. In den Andachten vor und nach dem Martinsumzug erinnern die Kirchengemeinden noch einmal an die Taten des Bischofs Martin von Tours, um die Erinnerungen aufzufrischen. Der heilige Sankt Martin, der mit einem Schwert seinen Mantel in zwei Teile zerschnitt, um diesen mit einem armen Mann zu teilen, steht im Allgemeinen für die Geste des Teilens.

In diesem Sinne wurden nach dem Gottesdienst in der St.-Nicolai-Kirche heiße Wecken an die Kinder verteilt. Die Kollekte kommt dem Familienzentrum zugute.

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