Gothia-Cup : Ein Turnier mit Gänsehautfaktor

Das TSV-Makottchen „Manuel“ unterstützt den Altenholzer Keeper in jedem Spiel.
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Das TSV-Makottchen „Manuel“ unterstützt den Altenholzer Keeper in jedem Spiel.

Junge Fußballer des TSV Altenholz laufen bei internationalem Turnier in Göteborg auf / Männliche Jugend ist für Finalrunde qualifiziert

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17. Juli 2014, 06:00 Uhr

Das weltgrößte Jugend-Fußballturnier, der Gothia-Cup, feiert mit der bisher größten Beteiligung von 1660 Mannschaften sein 40-jähriges Bestehen. Unter den 38 200 Spielern aus 73 Ländern, die während dieser Woche 4795 Spiele auf 110 Plätzen in und um Göteborg austragen, sind auch zwei Teams des TSV Altenholz.

Schon 15 Jahre laufen junge Sportler aus Altenholz bei dem Turnier in Göteborg auf. Zum zweiten Mal ist in diesem Jahr neben dem 16 Spieler starken Jungen-Team auf eine Mädchenmannschaft mit 13 Spielerinnen dabei. Das WM-Finale bot am Sonntagabend eine grandiose Einstimmung auf die bevorstehenden Spiele. „Die Stimmung war gut“, berichtet Betreuer Lars Rosenstein, der Götzes legendäres Tor wie seine Schützlinge im Kreise von Teilnehmern verschiedener Nationen verfolgte. Getragen von der euphorischen Stimmung bestritten die Altenholzer Jungen am Montagmorgen in aller Frühe ihr erstes Spiel gegen IFk Arvidsjaur aus Schweden und gewannen mit 2:1. Eine Stunde später war das Mädchen-Team an der Reihe, unterlag aber mit 1:2 gegen Töreboda IK aus dem Gastgeberland. „Aber sie haben ihr erstes Gothia-Cup-Tor erzielt“, stellt Rosenstein stolz fest und erinnert, dass die Mädchen 2013 in vier Spielen nicht einen Treffer landen konnten. Die Eröffnungsfeier am Abend machte die Niederlage schnell vergessen: Über 50 000 Zuschauer im Nya-Ullevi-Stadion verfolgten den feierlichen Einzug der Teams, die offizielle Begrüßung und das anschließende Feuerwerk. „Das ist ein Riesenerlebnis, das kann man gar nicht beschreiben“, sagt Rosenstein. Wenn die verschiedenen Nationen in ihren Sprachen am Singen und am Feiern sind – das sei Gänsehautfeeling.

Am Dienstag lief es für die Altenholzer nicht so gut. Die Jungen kassierten gegen SK Vard Haugesund aus Norwegen fünf Tore und erzielten selbst keins. „Gegen den norwegischen Zweitligisten waren wir einfach chancenlos“, sagt Rosenstein. Dass das Ergebnis nicht noch schlechter ausgefallen ist, sei Lennard Sydow zu verdanken. Der ist eigentlich Feldspieler und ist erst ganz kurzfristig für den überraschend ausgefallenen Torwart nachgerückt. „Er hält phänomenal und wächst völlig über sich hinaus“, lobt Rosenstein den jungen Fußballer. Vermutlich trägt Maskottchen „Manuel“, das noch auf der Fähre nach Schweden von Betreuerin Sandra Gehrke ein TSV-Trikot gestrickt bekam, seinen Teil dazu bei.

Auch für die Mädchen war der zweite Spieltag eher zum Vergessen: 8:1 unterlagen sie FK Fjellhamer aus Norwegen, konnten nur einen Ehrentreffer platzieren.

Gestern dann große Enttäuschung: Die Jungen sollten gegen Argentinien spielen – wie die Nationalmannschaft am Sonntag. Doch die Spieler des Club Atlético Almafuerte traten nicht an. Ob ihnen noch der Schock der WM in den Knochen steckte oder sie die Niederlage in ihren ersten beiden Spielen in Schweden noch nicht verwunden hatten, war nicht bekannt. „Auch wenn wir damit fürs A-Finale qualifiziert sind, ist es für uns traurig, kampflos zu gewinnen“, sprach Rosenstein seinen Spielern aus dem Herzen, die zur Unterstützung von der Mädchenmannschaft in das eine Fahrstunde entlegene Stadion begleitet worden waren. Das fühle sich noch schlimmer an, als eine Niederlage. Die Mädchen hatten gegen Ope IF aus Schweden 4:1 verloren und sind damit Gruppenvierter. Mit ihrem Gegner für das B-Finale hätten sie nie gerechnet: eine Mannschaft des TSV Süderbrarup, die sie aus der Liga zuhause kennen. „Das ist schon doof, wenn man so weit fährt, um dann auf einen bekannten Gegner zu stoßen“, sagt Rosenstein, der sich jedoch gute Chancen für die Begegnung ausrechnet.

Die Jungen laufen heute gegen Tromsø IF aus Norwegen auf – eine Erst-Liga-Mannschaft. Rosenstein sieht dem entspannt entgegen: „Die Jungs sind ja jetzt ausgeruht.“ Mit einem Einzug in das Endspiel am Sonnabend rechnet er jedoch nicht – dann werden die Altenholzer schon wieder Zuhause sein.

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