Unikat : Ein Tisch für die Hoffnung

Sind begeistert vom Kerzentisch, den Patrick Schloßer (r.) geschmiedet hat: Die Vorsitzende des Fördervereins Heidi Sebastian (2.v.r.), ihr Vertreter Dirk Jebsen und Pastorin Kerstin Hansen-Neupert.
2 von 2
Sind begeistert vom Kerzentisch, den Patrick Schloßer (r.) geschmiedet hat: Die Vorsitzende des Fördervereins Heidi Sebastian (2.v.r.), ihr Vertreter Dirk Jebsen und Pastorin Kerstin Hansen-Neupert.

Förderverein der Hüttener Kirche übergibt stählernen Kerzentisch von Patrick Schloßer an Pastorin Hansen-Neupert

23-2117408_23-54980678_1378475144.JPG von
17. Juli 2014, 06:00 Uhr

Die aus einer alten Glocke umgegossene Taufschale, die handgeschnitzte Kanzel, die Orgel, die Fenster, die sagenhafte Akustik – die Kirche in Hütten ist aus vielerlei Hinsicht einen Besuch wert. Jetzt gibt es einen Grund mehr, der freundlichen Aufforderung „Tritt ein“ zu folgen: ein Kerzentisch für den Altarraum, gestiftet vom Förderverein, der sich neben dem Erhalt auch die Verschönerung des ehrwürdigen Hauses auf seine Fahnen geschrieben hat.

Die Möglichkeit, für einen Mitmenschen ein Licht in der Hüttener Kirche anzuzünden, hätten Besucher schon immer sehr gern wahrgenommen, berichtet Heidi Sebastian, Vorsitzende des Fördervereins. Dafür stand eine mit Sand gefüllte Schale auf einem Tischchen neben dem Altar bereit. Weil das dort so irgendwie nicht gepasst habe, reifte die Idee im Förderverein, einen Kerzentisch anfertigen zu lassen. Im März wurde Kunstschmied Patrick Schloßer vom Gut Marienthal damit beauftragt. Das Ergebnis ist eine 90 Kilogramm schwere Komposition aus Baustahl als Grundgerüst. Der Teller, der 25 Lichter trägt, ist mit einer Schattenfuge verziert. Aus Messing, Edelstahl und Kupfer angedeutete Strahlen weisen von den einzelnen Lichtern in die Mitte, die ein gleichschenkliges Kreuz als Zeichen für die Einheit ziert. Der Fuß ist mit Blattgold abgesetzt, die Säule ist mit drei Sprotten als Symbol für die Gemeinschaft versehen. „Als ich mich in der Kirche, die sehr schlicht gehalten ist, umgesehen habe, ist mir der Kreis im Boden vor dem Altar aufgefallen“, erklärt Schloßer, wie es zu dem Entwurf kam. Einen Dreifaltigkeitsleuchter für die Kirche in Kappeln-Ellenberg hat er bereits gefertigt, und auch das Eingangsportal zum Kindergrabfeld auf dem Kieler Nordfriedhof stammt aus seiner Werkstatt. Der Kerzentisch für die Hüttener Kirche sei dennoch etwas sehr Besonderes gewesen. „Das hat schon Bedeutung. Die Symbolik hineinzubringen ist schon eine schöne Aufgabe“, erklärt Schloßer.

Nicht nur Heidi Sebastian und ihre beiden Stellvertreter Dirk Jebsen und Kathrin Plaga sind vom Ergebnis begeistert. Pastorin Kerstin Hansen-Neupert ist „fast überwältigt“, wie sie bei der Übergabe gesteht. „Der Entwurf als Zeichnung ist das eine – den Tisch hier fertig zu sehen, das ist echt ... wow“, sucht die Pastorin nach Worten.

Den Besuchern der Kirche, die bis September täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet ist, wird es sicher ähnlich gehen – der vielfach im Gästebuch zu findende Eintrag, die Kirche sei eine Reise wert, dürfte damit bekräftigt werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen