Jugendfeuerwehr im Einsatz : Ein Tag wie bei der Berufsfeuerwehr

Auch wenn die Masken nur Attrappen sind, gehören Atemschutzgeräteträger beim Einsatz dazu.
1 von 3
Auch wenn die Masken nur Attrappen sind, gehören Atemschutzgeräteträger beim Einsatz dazu.

27 Nachwuchs-Brandbekämpfer verbringen 24 Stunden auf der Feuerwache und stellen sich 14 verschiedenen Einsatzszenarien

shz.de von
26. Mai 2015, 06:00 Uhr

Altenholz | Dass man auch in einigen Jahren in Altenholz ruhig schlafen kann, davon ist der stellvertretende Bürgermeister Ingo Baasch angesichts dessen, was die Mitglieder der Jugendfeuerwehr am Sonnabend zeigten, überzeugt. Bereits zum vierten Mal initiierten die Betreuer den Berufsfeuerwehrtag, bei dem die Jugendlichen gut 24 Stunden in der Feuerwache verbringen. Von Sonnabend 8.30 Uhr bis zum Sonntag gegen 11 Uhr erlebten diesmal 27 Nachwuchs-Brandbekämpfer einen Tag wie bei der Berufsfeuerwehr: Es wurde zusammen gelebt, gelacht, gekocht sowie abgewaschen, und natürlich wurden auch Einsätze gefahren.

Hintergrund ist, das bisher Gelernte in verschiedenen Szenarien praktisch umzusetzen. „Die Jugendlichen sind jedes Mal begeistert und freuen sich darauf“, sagte Jugendwart Mathias Brumme und ergänzte, dass der „BF-Tag“ wegen der recht umfangreichen Vorplanungen nur alle zwei Jahre stattfindet. Sieht man sich den Ablaufplan an, den die Teilnehmer nicht kennen, erahnt man, wie viel Arbeit dahinter steckt. Allein für 14 Einsätze – vom Tier auf einem Dach über brennende Müllcontainer, Fahrradunfall, einen Baum auf der Straße oder eine Personensuche bis hin zum Lauben- und Garagenbrand – hatten sich die Betreuer etliche Szenarien überlegt, wobei die Teilnehmer von den Alarmen jeweils überrascht wurden. Einer der Höhepunkte war sicherlich der Hubschrauberbrand auf dem Flugplatz in Holtenau am Sonntagvormittag. Aber auch der Brand am Vortag hatte es in sich. In einer Garage, ausgerechnet in der von Ortwehrführer Rainer Kersten, entstand bei einer unfachmännischen Autoreparatur ein Brand, zwei Jugendliche befanden sich in der Garage. Die Jugendwehr rückte mit einem kompletten Zug an, und während die einen die Schlauchverbindungen herstellten, suchten Atemschutzgeräteträger – die Masken waren Attrappen – in der völlig verqualmten Garage bei „null Sicht“ nach den Verletzten und brachten sie in Sicherheit. Für die Versorgung von Johanna (15) und ihrer Schwester Marieke (9), Töchter von Feuerwehrmann Dirk Schröder, die zuvor von Rumiko Küllsen aus Jevenstedt per Schminke und Theaterblut ihre Verletzungen bekommen hatten, stand ein Rettungswagen (RTW) bereit, den das Kieler DRK für den BF-Tag zur Verfügung gestellt hatte. Mittlerweile waren auch die Löscharbeiten in vollem Gang, und am Ende das Garagendach von Rainer Kersten sicherlich blitzsauber. „Ich finde es klasse, mit welchem Engagement und Enthusiasmus sowohl die Jugendlichen als auch deren Betreuer bei der Sache sind“, lobte Ingo Baasch die Jugendarbeit der Feuerwehr.

Sowohl Gemeindewehrführer Uwe Claußen als auch Mathias Brumme waren mit dem Einsatz vollauf zufrieden. „Der Einsatz selbst ist prima gelaufen, lediglich zu Beginn lief es etwas schleppend an. Aber aus Fehlern lernt man mehr, als wenn alles glatt läuft“, so das Resümee von Jugendwart Brumme. Zwischen den Einsätzen wurde gekocht, es gab eine Funkausbildung, am Samstagabend stand gemeinsames Grillen auf dem Programm, geschlafen wurde auf Feldbetten im Saal der Feuerwache.

Dass selbst bei sorgfältigster Vorbereitung gleichwohl der Zeitplan durcheinandergeraten kann, zeigte sich übrigens am Sonnabendmorgen. Da musste die Feuerwehr Altenholz ausrücken, weil bei Famila die Sprinkleranlage ausgelöst wurde. Außer einem Wasserschaden war aber nichts passiert, und die Zeit war schnell wieder aufgeholt, sagte Brumme.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen