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Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 02:20 Uhr

Eulen 2015 : Ein „Superjahr“ für die Eulen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Seit 2007 erstmals wieder aufsteigende Tendenz / Bei Schleiereulen vervierfachte sich Zahl der Brutpaare

Nach einer mehrjährigen Durststrecke war 2015 war für die Eulen im Kreis Rendsburg-Eckernförde endlich mal wieder ein erfreuliches Jahr, in dem sich die stark dezimierten Bestände etwas erholen konnten. Bei den Steinkäuzen verbuchte der Landesverband Eulen-Schutz eine Verdoppelung, bei den Schleiereulen sogar eine Vervierfachung der Brutpaare. Den Uhus im Kreisgebiet geht es so gut, dass in Brekendorf und Schmalstede sogar seltene Viererbruten registriert wurden.

„Das war ein Superjahr für unsere Eulen!“, freut sich Dirk-Peter Meckel. Positive Jahresbilanzen für die von ihm betreuten Artenschutzprogramme Schleiereule und Steinkauz hat der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands Eulen-Schutz schon lange nicht mehr verkünden können. Seit 2008 glichen die Schleiereulen- und Steinkauz-Jahresberichte vielmehr sich stetig verschlimmernden Hiobsbotschaften. 2014 waren die Schleiereulen im Kreis auf einem Allzeit-Tiefpunkt angekommen: Im ganzen Kreisgebiet wurden lediglich fünf Brutpaare mit insgesamt 14 Jungeulen registriert. Zum Vergleich: 2007 hatte man noch 286 Schleiereulen-Jungvögel gezählt.

„Jetzt haben wir zum ersten Mal wieder eine aufsteigende Tendenz“, kann Meckel vermelden und präsentiert die Schleiereulen-Bilanz für 2015: 21 im Kreisgebiet nachgewiesene Bruten mit 79 erfassten Jungeulen. „Durch eine landesweite seit dem letzten Jahr sich entwickelnde Wühlmausvermehrung sowie gute Witterungsbedingungen konnte ein deutlicher Aufwärtstrend vor allem in den schleiereulengerechten Grünlandgebieten der Westküste verzeichnet werden“, schreiben Dirk-Peter Meckel und Peter Finke in ihrem „Jahresbericht Artenschutzprogramm Schleiereule 2015“, „die Geestbereiche und das östliche Hügelland hinken allerdings schon aufgrund ihrer landwirtschaftlichen Anbaustruktur mit großflächigen Mais-, Raps- und Wintergetreideflächen hinterher.“ Auf Mais-, Raps- und Wintergetreide-Anbauflächen finden Eulen keine Beute. Weil es im Kreis Rendsburg-Eckernförde so viele Maisfelder gibt, werde man „in die Bereiche von früher, wo wir 150 Schleiereulen-Brutpaare hatten, nie wieder vordringen“, prognostiziert Meckel. Dauergrünland sei aus Eulensicht das Beste, denn „da können sich dauerhaft Wühlmausbestände entwickeln“, erläutert der Schenefelder.

Noch mehr Ansprüche an seinen Lebensraum stellt der Steinkauz. „Da muss die Struktur des Biotops stimmen – was er besonders gern hat, das sind Koppelpfähle, Obstbäume oder Steinhaufen als Ansitz.“ Die Dorfrandbereiche haben sich verändert. Vielerorts sind eulenfeindliche Wohn- und Gewerbegebiete entstanden. Vor 18 Jahren hat in Fockbek zum letzten Mal ein Steinkauz in einer natürlichen Baumhöhle gebrütet. Aus angestammten Steinkauz-Hochburgen wie Fockbek, Alt Duvenstedt, Hamdorf, Breiholz oder Sophienhamm ist die kleine Eule mittlerweile fast komplett verschwunden. Wie die Schleiereule, so hatte auch der Steinkauz 2014 seinen Tiefpunkt mit kreisweit nur zehn Bruten und 33 Jungkäuzen erreicht. Auch der Steinkauz hat sich 2015 erholt und in 19 Bruten 71 Jungvögel großgezogen. Die aktuellen Steinkauz-Hochburgen liegen ganz im Süden des Kreises und heißen Bendorf-Oersdorf, Bornholt und Thaden.

In den Wäldern des nördlichen Kreisgebiets fühlen sich hingegen die ganz großen Eulen offenbar pudelwohl. In Brekendorf gab es eine seltene Uhu-Brut mit vier Jungeulen. „Der Kreis Rendsburg-Eckernförde ist mit das dichtestbesiedelte Uhu-Gebiet in Schleswig-Holstein“, vermerkt Meckel. Und auch die Uhus des Kreises konnten Jahr bei der Jungenaufzucht zulegen: von 35 Bruten mit insgesamt 70 Jungeulen (2014) auf 41 Brutpaare mit 87 kleinen Uhus.

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