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Sauerstraße : Ein Streifen sorgt für Verwirrung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In der Sauerstraße ist ein Radfahrstreifen eingerichtet worden. Bis Schulbeginn wird die Straße zudem zur 30er-Zone.

Eckernförde | Verwirrung in der Sauerstraße. Seit einer Woche sorgt ein neuer Radfahrstreifen auf der Straße für Unsicherheit bei dem einen oder anderen Autofahrer. Ohne Ankündigung wurde er aufgetragen, gestern folgten noch Zebrastreifen am Kreisverkehr Hörst. Die Polizei regelte den Verkehr, um den Angestellten der ausführenden Firma das gefahrlose Arbeiten zu ermöglichen. „Mit den Zebrastreifen sind wir einer alten Forderung nachgekommen“, erklärt Ordnungsamtsleiter Klaus Kaschke. Immer wieder habe es im Kreisverkehr Missverständnisse gegeben, wer Vorrang hat. „Jetzt sind die Autofahrer beim Verlassen des Kreisverkehres gegenüber Fußgängern und Radfahrern wartepflichtig.“

Der neue Radfahrstreifen ist der erste Vorbote des neuen Radverkehrskonzeptes, nach dem der Fahrradverkehr auf die Straße geholt werden soll. Was für viele Verkehrsteilnehmer widersprüchlich klingt, soll laut Studien und Statistiken jedoch tatsächlich für mehr Sicherheit sorgen: Besonders bei Ein- und Ausfahrten achten Autofahrer mehr auf den Verkehr auf der Straße, in die sie einbiegen wollen, als auf die Fahrradfahrer auf den Radwegen. Benutzen diese jedoch auch die Straße, werden sie von den Autofahrern deutlicher registriert. In Kiel zum Beispiel sind diese Streifen schon lange im Gebrauch.

Die Autofahrer können den Radfahrstreifen befahren, wo er durch eine unterbrochene Linie vom Rest der Fahrbahn abgetrennt ist, müssen aber auf die Radfahrer achtgeben. Für diese ist die Benutzung des Radfahrstreifens optional, es kann auch weiterhin der Fahrradweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite in beide Richtungen benutzt werden. Der Streifen reicht von der Straße „Auf der Höhe“ bis zum Kreisverkehr Hörst. Auf dem Reststück bis zur Rendsburger Straße soll demnächst noch ein kombinierter Fuß- und Radweg eingerichtet werden, so dass die Radfahrer für die verbleibenden 300 Meter nicht die Straßenseite wechseln müssen. Bis Schulbeginn in der kommenden Woche wird in der Sauerstraße zudem noch vom Kreisverkehr bis „Auf der Höhe“ eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h eingerichtet. Damit reagiert die Stadt auf viele Eingaben von Eltern, deren Kinder am Schulzentrum eine Schule besuchen. Heute sollen die Verkehrsschilder montiert werden.

„Eigentlich“, so erklärt Klaus Kaschke, „sollte das ausführende Unternehmen woanders mit den Arbeiten beginnen, hat sich jedoch aus arbeitsorganisatorischen Gründen für die Sauerstraße entschieden.“ Das heißt: Es folgen noch weitere Straßen, in denen Radfahrstreifen eingerichtet werden. Dann jedoch soll die Öffentlichkeit vorher informiert werden. In diesem Falle hatte es Verwirrungen gegeben, weil auch im Rathaus während der Herbstferien viele Mitarbeiter im Urlaub sind und mehrere Tage kein Ansprechpartner anwesend war.

Einige Straßen in Eckernförde sollen jedoch von den Radfahrstreifen ausgenommen werden. „Bei der Reeperbahn und der Rendsburger Straße zum Beispiel halten wir uns zurück“, so Klaus Kaschke. „Dort herrscht so viel Verkehr, dass selbst ein schlechter Radweg besser ist als ein solcher Streifen.“

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erstellt am 27.Okt.2015 | 06:16 Uhr

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