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Heider marktfrieden : Ein stolzes Volk gibt den Löffel ab

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eine Delegation des Heider Marktfriedens in mittelalterlichen Gewändern hat im Rathaus und auf dem Wochenmarkt für das Stadtfest im Juli geworben.

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2016 | 05:42 Uhr

Eckernförde | Die Dithmarscher sind ein stolzes Volk mit einer ruhmreichen Geschichte, zumindest einem ruhmreichen Jahr 1500: Damals besiegten die Bauern das Heer und die Schwarze Garde des dänischen Königs bei der Schlacht von Hemmingstedt. Dithmarschen blieb somit eine freie Bauernrepublik.

Die Dithmarscher können aber auch friedlich: Schon damals garantierte das Dithmarscher Landrecht allen Händlern und Besuchern des Heider Marktes absoluten Frieden und damit ungestörten Handel. Dieser „Heider Marktfrieden“ wird heute alle zwei Jahre wieder ins Leben gerufen und auf dem größten Marktplatz Deutschlands (4,7 Hektar) gefeiert. Um Werbung für das diesjährige Stadtfest vom 14. bis 17. Juli zu machen, war gestern eine elfköpfige Delegation in historischen Gewändern zu Besuch bei Bürgermeister Jörg Sibbel.

Mit dabei: Heides Bürgermeister Ulf Stecher. Man kennt und duzt sich. Die beiden Amtskollegen gehören mittlerweile zu den dienstältesten Verwaltungschefs im Land. Jörg Sibbel ist zudem in Heide zur Schule gegangen, hat dort vor 32 Jahren sein Abi abgelegt. Ulf Stecher wies in seiner Rede darauf hin, dass unter den Opfern der Schlacht von Hemmingstedt wahrscheinlich auch Eckernförder waren – die kleine Ostseestadt gehörte damals zum Königreich Dänemark. Ansonsten seien die Beziehungen maritimer Art gewesen: Dithmarscher Schiffe legten auch in Eckernförde an, brachten Salz und Korn.

An diese friedliche Tradition will Heide mit seinem Marktfrieden wieder anschließen und lädt zu dem Stadtfest ein: Händler in mittelalterlicher Tracht gehen drei Tage ihrem Handwerk nach, es wird eine Bauernhochzeit gefeiert und das historische Schauspiel „Sag dem König Gute Nacht“ aufgeführt.

Kein Besuch der Heider ohne einen Schluck aus dem Holzlöffel. Nachdem die beiden Bürgermeister daraus Marktmeister-Aquavit getrunken haben, erklärte Uschi Lamp, dass die Löffel damals wertvoll waren und weitervererbt wurden. Daher stamme auch der Spruch „den Löffel abgeben“, wenn jemand stirbt.

>www.heider-marktfrieden.de

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