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Eckernförder Zeitung

23. August 2017 | 08:29 Uhr

Carlshöhe : Ein Stadtteil wie aus einem Guss

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Aus der früheren Marinekaserne Carlshöhe ist ein florierender, neuer Lebensraum mit 300 Arbeitsplätzen und kulturell-sozialem Engagement geworden. Bis 2020 wird weiter gebaut.

Wohnen – Leben – Arbeiten – unter diesem Motto steht das „Altersprojekt“ Carlshöhe von Wolfram Greifenberg. Der Investor hat es selbst so formuliert, sein jüngerer Sohn Janosch hat jetzt das operative Geschäfte übernommen und bringt die bauliche und gestalterische Entwicklung der früheren Marinekaserne und des neuen Eckernförder Stadtteils bis etwa 2020 zum Abschluss. Der Bauausschuss unter der Leitung von Matthias Huber (Bürger-Forum) hat seine Sitzung am vergangenen Montag vom Ratssaal nach Carlshöhe verlegt, um sich den Fortschritt seit dem Baubeginn 2010 anzusehen. Janosch Greifenberg und Architekt Alexander Ullrich führten die Besucher über das Gelände, durch die Lindenallee und vorbei an den großen Wohnhäusern mit Tiefgarage, den acht Reihenhäusern und den direkt dahinter liegenden Eigentumswohnungen. Hinter der Akademie Damp sind zwei frühere Mannschaftsquartiere saniert, barrierefrei inklusive Fahrstuhl ausgebaut und vermietet worden. Insgesamt sind bislang 104 Wohneinheiten fertiggestellt und beherbergen rund 200 Bewohner. Alle Objekte sind verkauft beziehungsweise vermietet. Gebaut wurde auch ein Seniorenheim für 42 Bewohner. Um der nach wie vor vorhandenen Nachfrage nachzukommen und das Gesamtprojekt zu vollenden, ist von 2015 bis 2017 der Bau weiterer Eigentumswohnungen geplant, 2016 sollen vier Einfamilienhäuser gebaut werden und von 2017 bis 2019 weitere 36 Eigentumswohnungen.

Aktuell in Planung sind drei bis vier Einfamilienhäuser, die vor den vier 19 Meter hohen Wohnhäusern direkt am Hang zum Windebyer Noor entstehen sollen. Ursprünglich waren dort drei siebengeschossige Wohnblöcke mit 21 Metern Höhe geplant. Davon haben die Greifenbergs Abschied genommen, um die vorhandene Fläche auch aus Rücksicht auf die heutigen Bewohner nicht zu stark zu verdichten, wie Architekt Ullrich bei einem Rundgang ausführte. Geplant ist jetzt eine reduzierte Bauweise als zweigeschossige Einfamlienhäuser mit maximal neun Metern Höhe, die zwischen den geschützten Bäume errichtet werden.

Auf der Agenda der Familie Greifenberg steht zudem noch der Bau von Apartments, Ferienwohnungen oder eines Hotels. Neben den Wohnprojekten sind mit der Akademie Damp als Fort- und Weiterbildungseinrichtung für medizinische Berufe, dem Veranstaltungszentrum Carls, einem Fitnessstudio, Physiotherapie, 30 Künstlerateliers, zwölf Bandübungsräumen mit angegliedertem Tonstudio, einer Musikschule, einer Galerie, einem Café sowie Büro- und Praxisräumen zahlreiche weitere Einrichtungen geschaffen worden, die Carlshöhe beleben. Insgesamt 6500 Quadratmeter Gewerbefläche, 300 Arbeitsplätze sind entstanden.

Janosch Greifenberg gab Einblick in die Kostenstruktur Carlshöhes: Grundstückskauf und Erschließung hätten bisher 5,5 Millionen Euro gekostet, die Sanierung und der Neubau der Gebäude 18 Millionen Euro, macht bislang 23,5 Millionen Euro an Gesamtinvestitionen. Das jährliche Risikokapital für die Bauträgertätigkeit beläuft sich auf 5 bis 10 Millionen Euro. Die Familie Greifenberg fördert das künstlerische, kulturelle und soziale Leben auf Carlshöhe jährlich mit 150  000 Euro, sagte Greifenberg. „Bewohner, Künstler und Gewerbetreibende leben das Konzept. Carlshöhe ist ein inspirierender Ort, alle sind mit Herzblut dabei.“

Selbst die vor vier Jahren durch illegale Baumfällungen vertriebenen Fledermäuse werden mit großem Aufwand wieder eingebürgert. Es seien zwei große Fledermausquartiere angelegt worden, eine befinde sich unter dem Dach der Akademie. Dort könne im Winter zugeheizt werden und es gebe Nachtsichtkameras zur Überwachung der Population.

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erstellt am 09.Sep.2015 | 06:12 Uhr

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