„Ein sensationelles Geschenk“ – drei Götting-Skulpturen fürs Museum

Arthur Götting und seine Frau Klara Kaufmann
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Arthur Götting und seine Frau Klara Kaufmann

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28. Juli 2014, 12:56 Uhr

Im vergangenen Jahr zeigte das Museum Eckernförde in einer Sonderausstellung Arbeiten aus dem Nachlass von Arthur Götting (1899 – 1975). Arthur Götting war Zeichen – und Werklehrer am Reform-Realgymnasium, der heutigen Jungmannschule, in Eckernförde. Als er wegen seiner jüdischen Ehefrau Klara Kaufmann 1936 aus dem Schuldienst entlassen wurde, zog das Ehepaar nach Göttingen. Auch dort konnte er nicht weiter Lehrer sein und verdiente etwas Geld in einer Waffenfabrik. Von seiner jüdischen Klara wollte er sich nicht trennen lassen.

In der Götting-Ausstellung des letzten Jahres fehlten seine Plastiken. Zwar besitzt das Museum inzwischen eine Plastik aus Hamburger Privatbesitz – die Darstellung eines Davonstürmenden im weiten Mantel (1948), vergleichbar einer Barlach-Skulptur. Doch jetzt kam das Eckernförder Museum zu drei weiteren Skulpturen aus dem Nachlass des Künstlers, der auch Bildhauer war. Sie stammen aus dem Besitz von Frits Kaufmann, dem Neffen von Klara Kaufmann, der in den Niederlanden wohnt.

Am Montagvormittag kamen Frits Kaufmann und seine Frau Sylvia zum Museum am Rathausmarkt, um die drei Plastiken persönlich zu übergeben – eine großzügige Schenkung, die Dr. Uwe Beitz gerne entgegennahm. „Ein sensationelles Geschenk,“ freut sich der Museumsleiter.
Die Schwester von Frits Kaufmann hatte im Internet von der Götting-Ausstellung gelesen und die Schenkung vorbereitet. Zu den einzelnen Kunstwerken gibt es bis zu einer Ausstellung sicher noch viel zu recherchieren. Aber so viel sei bereits berichtet: Die hell glasierte Tonplastik mit zwei Figuren datiert aus dem Jahr 1925, von 1926 stammen drei zusammengefügte Frauenköpfe, die in verschiedene Richtungen sehen, undatiert aber besonders ausdrucksstark ist eine figürliche Dreiergruppe, die in fest verbundener Einheit kraftvoll vorwärts schreitet.

Man darf gespannt sein, was sich über Entstehungsgeschichte und Bedeutung der drei Plastiken herausfinden lässt.

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