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Eckernförder Zeitung

24. November 2017 | 05:01 Uhr

Stiftungen : Ein Segen für die Stadt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Elisabeth-Eifert-Stiftung ist die wichtigste der Einrichtungen zur Unterstützung von Vereinen und Verbänden in der Stadt.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 05:54 Uhr

Eckernförde | Vereine und Verbände sind oft knapp bei Kasse. Was viele nicht wissen: Es gibt eine Möglichkeit, Projekte durch Stiftungen fördern zu lassen – wenn sie die Bedingungen erfüllen. In Eckernförde gibt es fünf Stiftungen, in die die Stadt als Mitglied im Stiftungsrat oder als Rechnungsführer involviert ist.

Die bedeutendste von ihnen ist die Elisabeth-Eifert-Stiftung. Elisabeth Eifert (1924-2006), die 40 Jahre lang in Neumünster ein Juweliergeschäft führte, hatte keine Hinterbliebenen und vermachte so ihrer Heimatstadt zwei Millionen Euro. Sie flossen als Kapital in die nach ihr benannte Stiftung. Die Erträge werden für gemeinnützige und mildtätige Zwecke eingesetzt.

Vereine, Verbände oder soziale Einrichtungen können bei der Elisabeth-Eifert-Stiftung Zuschüsse für ihre Projekte beantragen – und sie werden oft erhört. Anfangs konnten jährlich noch 75 000 Euro vergeben werden, aufgrund der geringen Zinslage sind es heute nicht einmal mehr 20 000 Euro. Wichtig: Die geförderten Projekte müssen einen Bezug zu Eckernförde haben. „Seit Errichtung der Stiftung vor zehn Jahren wurden insgesamt 138 Förderanträge eingereicht“, erklärt Rechnungsführer Florian Schroeder aus dem Rathaus. „Bislang wurden schon Projekte mit über 360 000 Euro unterstützt.“ Darunter unter anderem das Provinzlärm-Festival, Green Screen, Vereine und Projekte an Schulen.

Weniger bekannt, aber dem gleichen Zweck verpflichtet, ist die Helga-Jensen-Stiftung. Die Stiftungsgründerin Helga Vowinkel (Mädchenname Jensen) aus Eckernförde hat sich als Apothekerin aus kleinen Verhältnissen hochgearbeitet. Ihre Stiftung verfolgt ähnliche Ziele wie die Elisabeth-Eifert-Stiftung und fördert zudem unterprivilegierte Frauen. Das Kapital von 200 000 Euro wirft bei der heutigen Zinslage allerdings deutlich weniger zur Projektförderung ab.

Eine weitere Stiftung, die den Bürgern Jahr für Jahr zugute kommt, ist die Gaehtje’sche Stiftung. Da das Kapital nur 60 000 Euro beträgt, kommen kaum mehr als 600 Euro als jährlich zu vergebender Ertrag heraus. Rechnungsführer ist Stadtkämmerer Micha Wulf. „Jedes Jahr schlägt das Sozialamt vor, welchen unverschuldet in Not geratenen Privatpersonen und Vereinen wir mit 50 bis 100 Euro eine kleine Überraschung machen können“, sagt er. „Obwohl es sich um kleine Beträge handelt, haben sich hier schon rührende Szenen abgespielt.“ Heinrich Friedrich Daniel Gaehtje (1792-1874) war ein Kaufmann und Senator in Eckernförde, dem auch einige Gebäude in der 1880 nach ihm benannten Straße gehörten.

Über ein weitaus größeres Vermögen verfügt die Martin-Kruse-Stiftung in Form von landwirtschaftlichen Flächen, deren Pachteinnahmen jährlich 60 000 Euro ausmachen. Sie werden zur Förderung des Heimatmuseums (heute Museum Eckernförde) verwendet. Margarethe Kruse (1880-1961) und Martin Kruse (1878-1939) betrieben in Barkelsby Landwirtschaft und Viehhandel.

Nicht zuletzt gibt es die Otte’sche Armenstiftung, gegründet von dem erfolgreichen Reeder, Korn- und Weingroßhändler Christian Otte (1674-1747). Er stiftete ein Armenhaus, versehen mit Stiftungskapital für die Absicherung des Unterhaltes der Bewohner. Das ursprüngliche Gebäude wurde durch ein neues in der Ottestraße mit elf kleinen Wohnungen ersetzt. Es wird heute noch genutzt, wie 1739 vorgegeben.

Wer Anträge auf Förderung durch die Elisabeth-Eifert-Stiftung oder die Helga-Jensen-Stiftung stellen möchte, kann sich an die Stadtkämmerer im Rathaus wenden. Florian Schroeder: „Es gibt noch etwas zu verteilen.“

Weitere Stiftungen in Eckernförde:

>Christliche Stiftung für sonderpädagogische Förderung (Betrieb und Unterhaltung einer Schule für sonderpädagogische Förderung mit bedarfsorientierter Internatsbetreuung sowie weiterer heilpädagogischer Einrichtungen)

>Dr.-Inge-Müller-Stiftung (Beschaffung von Mitteln zur Förderung und Unterstützung von bedürftigen Kindern)

>Familie-Miertsch-Stiftung (Beschaffung von Mitteln zur Förderung kirchlicher Zwecke und zur Förderung der Entwicklungszusammenarbeit)

>Krumme-Stiftung (Beschaffung und Weitergabe von Mitteln zur Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich der Brustkrebsleiden und der Parkinsonschen Krankheit )

>Peter-Jochimsen-Stiftung (Förderung von Wissenschaft, Kunst, Kultur, internationaler Bildung)

>Stiftung für Christlich-Soziale Dienste (Betrieb und Unterhaltung heilpädagogischer christlich-sozialer Einrichtungen für Kinder, Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene)

>Stiftung Leben mit Behinderung (Unterstützung von Menschen, die in seelischer, erzieherischer oder sozialer Not sind)

>Stiftung St. Peter und Paul ( Beschaffung und Bereitstellung finanzieller Mittel zur Förderung der kirchlichen Zwecke der Kirchengemeinde St. Peter und Paul)

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