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Geburtstag : Ein schönes Stück Schokolade schmeckt auch mit 100 Jahren gut

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Elfriede Weniger hat am Sonntag ihren 100. Geburtstag gefeiert. Die Eckernförder Deern hat ein bewegtes Leben hinter sich.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2013 | 05:29 Uhr

„Dat Eten und Drinken schmeckt jümmer noch“. Elfriede Weniger lacht, als sie das erzählt. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen – für die rüstige Seniorin fast ein Lebensmotto, das auch noch im hohen Alter gilt. Gestern feierte Elfriede Weniger ihren 100. Geburtstag im Kreise ihrer Familie.

Die Jubilarin, die bis zu ihrem 96. Lebensjahr noch selbstständig in ihrer Wohnung gelebt hat und seit 2008 in der Seniorenresidenz Drei Wellen wohnt, ist eine echte Eckernförder Deern. Geboren wurde sie am 20. Oktober 1913, ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, als fünftes Kind eines Fischereigehilfen im Altstadtviertel in der Straße Kattsund. Es waren harte Zeiten. Die kleine Elfriede wurde von ihrer ältesten Schwester Dora großgezogen, da die Mutter früh starb.

Ein Großteil ihres Lebens war geprägt von Mühsal und Entbehrungen. Nach ihrem Besuch der Mädchen-Bürgerschule, die in der Reeperbahn (heutiger Sky-Parkplatz) lag, ging sie, so wie es damals üblich war, als junges Mädchen in Stellung. Es war die Zeit des großen Börsenkrachs im Jahre 1929 und der Inflation – Arbeitsplätze waren knapp. Ihren Ehemann Kurt lernte sie während seines Fronturlaubes als Marinesoldat des Zweiten Weltkrieges kennen. Mit ihm zog sie zwei Kinder groß, Tochter Jutta und Sohn Gerd. Da er über Landbesitz in der sowjetisch besetzten Zone in Braunsbedra bei Merseburg verfügte, verließ die Familie 1946 den Kattsund. Aber nur für einige Jahre. Nach der Landreform in der DDR flüchtete die Familie 1959 und zog wieder zurück.

Als Putzfrau besserte Elfriede Weniger für viele Jahre die Haushaltskasse auf. Was sie so jung und rüstig gehalten hat? „Wir sind immer viel spazieren gegangen“, erzählt die Jubilarin. Ein Auto hätten sie und ihr Mann zeitlebens nicht besessen. „So hatten wir hatten immer viel frischen Wind um die Nase.“

Bescheidenheit und Sparsamkeit waren in dem Vier-Personenhaushalt angesagt. Ein Pachtgarten am Windebyer Noor versorgte die Familie mit Obst und Gemüse. Trotz enger wirtschaftlicher Verhältnisse wussten Elfriede Weniger und ihr Mann auch zu genießen. „Ab und zu ein schönes Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee im Café Heldt – das musste sein“, erinnert Tochter Jutta (72) sich. Auch heute noch weiß ihre Mutter, die der Stadt Eckernförde und besonders dem Kattsund sehr verbunden war, ein gutes Stück Schokolade zu schätzen. Im Kreise ihrer beiden Kinder, dreier Enkel und dreier Urenkel feierte Elfriede Weniger gestern ihren Geburtstag.

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