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Eckernförder Zeitung

24. Oktober 2017 | 06:17 Uhr

Kurmuschel : Ein schönes Hinterteil

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Auch die Rückseite des Konzertpavillons im Kurpark wird zurzeit mit Graffiti-Kunst besprüht – als Ergebnis einer EZ-Umfrage.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2015 | 06:41 Uhr

Die Leser der Eckernförder Zeitung haben im Februar darüber abgestimmt, ob auch die Rückseite der Konzertmuschel im Kurpark verschönert werden soll – und die Eckernförde Touristik und Marketing Gesellschaft (ETMG) hat sich danach gerichtet: Seit drei Wochen arbeitet der freischaffende Kunstmaler Lothar Lüder aus Groß Vollstedt mit Spraydosen an dem Betonbauwerk.

Im vergangenen Jahr hatten Graffiti-Künstler aus Potsdam die maritime Skyline Eckernfördes an die Vorderseite der Kurmuschel gezaubert, eingerahmt von Fischen und Seegras aus Stahl der Kunstschmiede und Metallgestalter Patrick Schloßer und Nils Winderlich. Der neue Look fand viel Lob, verschwand doch endlich die Betontristesse im Kurpark. Doch gleich darauf kam die Frage nach der Rückseite auf. Zwar ist sie im Sommer kaum zu sehen, doch kaum haben die Bäume und Sträucher zur Preußerstraße hin ihr Laub verloren, zeigt die Kurmuschel ihr ungeschöntes Hinterteil.

Deshalb die Frage der EZ auf ihrer Homepage an ihre Leser: Soll auch die Rückseite der Konzertmuschel einen farbigen Anstrich bekommen? Von den 105 Teilnehmern stimmten 67 für eine Verschönerung (65,7 Prozent), 38 waren der Meinung, dass sich der Aufwand nicht lohne (34,3 Prozent). Für ETMG-Geschäftsführer Stefan Borgmann ein Stimmungsbild, nach dem er sich richtete. Diesmal beauftragte er mit Lothar Lüder (61) einen Künstler aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde. Seit drei Wochen arbeitet er schon an der Konzertmuschel. „Ich erhalte jeden Tag Komplimente“, sagt er. „Einmal habe ich sogar spontanen Applaus von Passanten bekommen.“

Sein Werk ist eine Art Zusammenfassung des Kurparks. Den Passanten begrüßen große Grafitti-Blumen, bevor ein Abbild der Skulpturen auf der Rasenfläche erscheinen: die Nixe und der Mann mit dem verdrehten Kopf. Es folgt ein blühender Baum, der große Anker und die Galionsfigur der Gefion. Ursprünglich war es geplant, die 27 Meter lange und etwa 85 Quadratmeter große Betonwand wieder mit großen Blumen abzuschließen, doch hat Lothar Lüder eine eigene Idee umgesetzt: Einige Mitarbeiter von Stadtgärtnerei und Touristik werden hier bei ihrer Arbeit verewigt.

Die Kosten für die Neugestaltung der Rückseite liegen bei 3200 Euro. Hinzu kommen 500 Euro für das Erstellen eines Himmels auf der Vorderseite. Der positive Effekt bei Graffiti-Kunst: „Graffiti-Sprayer respektieren zu 99 Prozent die Profiarbeit“, so Lothar Lüder. Vandalismus kommt selten vor. In einer Woche will Lothar Lüder sein Werk beendet haben, dann kann der Herbst ruhig kommen.

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