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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 13:50 Uhr

Konzert : Ein schlagfertiger Trommelmagier

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Ex-Zappa-Schlagzeuger Terry Bozzio war mit dem größten gestimmten Drum- und Percussionset der Welt zu Gast im Showpalast und zeigte, warum man ihn einen der besten Schlagzeuger der Welt nennt.

Terry Bozzio, der ehemalige Schlagzeuger von Frank Zappa und einer der berühmtesten Schlagzeuger aller Zeiten – live am Donnerstagabend in Carls Showpalast. Ausverkauft! Was nicht anders zu erwarten war, verriet schon lange vor Konzertbeginn ein Handzettel auf dem Plakat an der Eingangstür. Wohl dem Glücklichen, der sich rechtzeitig eine Karte für dieses Mega-Event hatte erobern können. Denn das Kontingent war von vornherein eng begrenzt.

Ursprünglich (nur) als Drum-Workshop geplant, mussten Jörg Grams und sein Team von Kiels Musicshop Nr. 1, dem „InSound“, schnell erkennen, dass die Dimension dieser Veranstaltung eine größere Location erforderte. Und so erhielt der Showpalast in Eckernförde den Zuschlag. Für das Technikerteam um Stefan Walter eine unglaublich einmalige Herausforderung, an die es wohl noch lange im Guten zurückdenken wird. Denn was da auf der Palastbühne in über vierstündiger akribischer Aufbauzeit von sechs Helfern installiert worden war, sprengte bei so manchem Besucher jegliche Vorstellungskraft. Unzählige große und kleine Trommeln und Becken auf einer Fläche von fast 15 Quadratmetern erstreckten sich auf fünf Ebenen in eine Höhe von über drei Metern. Und das im Vollradius. In diesen Dimensionen wohl weltweit einmalig.

Noch schlummerte dieses im Scheinwerferlicht glänzende „Monstrum“ friedlich vor sich hin und wartete sehnlichst darauf, geweckt zu werden. Dann betrat er, Terry Bozzio, begleitet von lautstarkem Applaus die Bühne. Der „Man in black“ aus Austin/Texas führte wie ein Magier durch sein Programm. Und entzündete ein akustisches Feuerwerk, welches das Publikum im Showpalast auf ihren Sitzen in Faszination erstarren ließ. Bozzio entführte es in noch nie gehörte Klangwelten orchestralen Ausmaßes. Mit einer Schlagzeugperformance, die mehr den Charme eines Klassikkonzertes versprühte. Fernab von kompositorischen Zwängen gelang es Bozzio, mit seiner „Schlagfertigkeit“ sich „aus dem Käfig freizutrommeln“. Immer wieder angetrieben vom pulsierenden Grundrhytmus der Herzfrequenz spielte er sich zu unglaublichen Höchstleistungen, die das Palast-Publikum mit Begeisterung honorierte.

Ein Ausnahmekünstler wie Terry Bozzio benötigt im Konzert keine großen Worte. Denn seine Spielfreude spricht für sich. Doch einmal verlangt er nach einem Feedback aus dem Publikum. „Ist der Sound da draußen o.k.?“ Er ist. Sein Schlagzeugerdaumen zeigt nach oben in Richtung Empore. Welch eine Geste Bozzios. Denn er weiß, was er den Technikern zu verdanken hat.

Viel zu schnell ist für einige Besucher im Show-Palast das Konzert beendet. Aber Zeit ist relativ. Und bei einer solchen Intensität ist es nur all zu verständlich, dass Terry Bozzio freudig erschöpft ohne Zugabe von der Bühne abtritt.

Und das Publikum? Es verlässt geordnet den Saal. Mit dem Gefühl, an diesem Abend eine unvergessliche Performance miterlebt zu haben. So wie der neunjährige Luc aus Kiel, der seit einem Jahr mit Begeisterung trommelt. Und wer weiß? Vielleicht wird nach diesem Konzert irgendwann aus ihm einmal ein „Terry Bozzio des Nordens“.


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erstellt am 19.Okt.2013 | 05:45 Uhr

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