Kirchensanierung : Ein schiefer Turm und neues Gold für den Wetterhahn

Rund 14 Kilogramm schwer und 80 mal 60 Zentimeter groß: Der Wetterhahn auf der Spitze der St. Nicolai Kirche musste abgebaut werden, weil er hinabzufallen drohte: Küster Fritjof Behrens, Architekt Dietrich Fröhler sowie Till Reimer und Gerrit Hebekerl von der Zimmerei Christian Schäfer aus Eckernförde.
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Rund 14 Kilogramm schwer und 80 mal 60 Zentimeter groß: Der Wetterhahn auf der Spitze der St. Nicolai Kirche musste abgebaut werden, weil er hinabzufallen drohte: Küster Fritjof Behrens, Architekt Dietrich Fröhler sowie Till Reimers und Gerrit Hebekerl von der Zimmerei Christian Schäfer aus Eckernförde.

Die Dachreiter der St. Nicolai Kirche wurde für Sanierungsarbeiten abgebaut. Der Wetterhahn bekommt neues Blattgold.

shz.de von
26. November 2015, 19:06 Uhr

Eckernförde | „Xaver“ und „Christian“ haben dem Turm der St. Nicolai Kirche ordentlich zugesetzt: Seit den beiden Orkanen 2013 hat der Dachreiter mit Wetterhahn und Kugel einen Knick. „Etwa dort, wo die Stange in die Kugel geht“, erklärt Fritjof Behrens, Küster der Kirchengemeinde St. Nicolai. Damit der Turm nicht mehr länger ein schiefer Turm ist, soll er nun begradigt werden.

Aus diesem Grund haben Till Reimers und Gerrit Hebekerl von der Zimmerei Christian Schäfer aus Eckernförde gestern Vormittag in einem ersten Schritt den Dachreiter demontiert „Der Wetterhahn drohte hinab zu stürzen“, so Architekt Dietrich Fröhler, der mit den Arbeiten beauftragt wurde. Zudem bestand die Gefahr, dass der knapp 14 Kilogramm schwere und 80 mal 60 Zentimeter große Hahn die gesamte Spitze herunter reißen würde. Eine erhebliche Gefahr: Gerade zur Weihnachtszeit ist der Kirchplatz mit dem Weihnachtsmarkt gut besucht.

Der Wetterhahn soll nun von einem Restaurator überarbeitet und anschließend mit Blattgold wieder zu altem Glanz gebracht werden. Die Kosten dafür, so schätzt Architekt Fröhler, betragen etwa 1000 Euro. In den Kupfermantel des Hahns steht eingraviert: „Erbaut von L.C. Petersen 1845“. „Vermutlich ein Handwerker“, so Fritjof Behrens. Nach seiner Restaurierung soll sich der Wetterhahn auch wieder in Windrichtung drehen können. „Wie es sich für einen Wetterhahn gehört“, so der Küster. Wegen der Schieflage des Dachreiters war dies zuletzt nicht mehr möglich.

Die Sanierung des Kirchenturms ist der Auftakt umfangreicher Bauarbeiten. Die Kirche habe mit starken Feuchtigkeitsproblemen zu kämpfen, weshalb das Dach neu gedeckt und der Dachstuhl statisch ertüchtigt werden solle, erklärte Fröhler. Zudem sollen Stuckschäden im Inneren behoben werden, und die Glocke droht aus dem Bolzen zu brechen. In einem ersten Gutachten wird von einer Sanierungssumme von insgesamt 1,9 Millionen Euro ausgegangen. Die Kirchengemeinde wird davon voraussichtlich 30 Prozent aus eigener Tasche zahlen müssen, den Rest übernimmt der Kirchenkreis.

Mit der Dachsanierung soll voraussichtlich 2016 begonnen werden, so Architekt Fröhler. Zunächst müssten die denkmalrechtlichen Genehmigungen eingeholt werden, ehe mit den Baumaßnahmen begonnen werden könne.

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