zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 23:09 Uhr

Ein Schatz in frostiger Umgebung

vom

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

Endlich Sommer, Licht und Sonne! Auch in Eckernförde macht sich südländisches Lebensgefühl breit. Trotzdem ist mir fröstelig zumute. Das ist keine aufkommenden Sommergrippe, sondern es liegt an den ganzen Negativmeldungen aus den Medien. Die Presse macht mir mal wieder recht deutlich, wie viel in der Welt im Argen liegt und dass dies Auswirkungen auf mein ganz privates Leben hat. Drängende Fragen werden in mir laut - auch wütend gestellte Fragen: Werde auch ich belauscht? Wozu allerorts die Datensammelwut? Für welches Geschäft? Wer übernimmt Verantwortung für all das, was schief läuft? Sind unsere Lebensmittel gut oder wird uns Qualität von der Lebensmittelindustrie überall nur vorgeschwindelt? Hat das Auswirkungen auf meine Gesundheit und wie weit bin ich selber daran Schuld, dass ich da mitmache und und und... irgendwie fröstelt es einen.

Auf meinem Schreibtisch liegt auch der Predigttext für den übernächsten Sonntag. Von einem Schatz im Acker und von kostbaren Perlen ist da die Rede. Das Reich Gottes wird damit verglichen. Ich denke: Hätten wir von diesem Schatz doch nur mehr, mehr Sicherheit, mehr Fairness und soziale Gerechtigkeit. Ich denke, viele Menschen suchen unbewusst nach dem Reich Gottes. Sie nennen es nicht so. Sie sprechen von Sinn und von Freude an dem, was sie tun. Sie suchen nach Zufriedenheit und innerer Bewegtheit.

Jesu sagte zu seinen Jüngern: Es ist mitten unter euch, das Reich Gottes. Das heißt doch, dass es auf Erden anfängt oder zumindest anfangen kann und anfangen soll. Und da ist doch was lebendig. Man muss nur danach graben und es wahrnehmen. Da schenkt ein deutscher Milliardär einer Kleinstadt 2,1 Millionen Euro und stellt sie damit schuldenfrei. In Deutschland gibt es mittlerweile 20 000 Stiftungen - Tendenz steigend. Auch in Eckernförde engagieren sich unzählige Ehrenamtliche in Vereinen, Selbsthilfegruppen, Kirchengemeinden und Sozialverbänden. All diese Perlen aufzuzählen, sprengt den Rahmen. Man kann das Recht auf Schutz der Privatsphäre und den Wunsch nach gesunden Lebensmitteln nicht mit sozialem Engagement verrechnen. Das ist klar. Aber der Blick in die Medien erzählt auf jeden Fall nicht die ganze Wahrheit unseres Lebens. Der Sommer ist schön und bleibt es hoffentlich und das Reich Gottes hat schon lange auch unter uns seinen Anfang gemacht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen