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Im Ballon über Eckernförde : Ein sanftes Abenteuer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Morgendliche Ballonfahrt wird zu einem eindrucksvollen Erlebnis / Eckernförde – grüne Stadt am blauen Meer

Eckernförde | „Nichts kann dem Vergnügen gleichen, das in dem Augenblick, als ich die Erde verließ, sich meines ganzen Daseins bemächtige“, sagte einst König Ludwig der XVI., als er sich erstmals mit einer Heißluft-Montgolfiere, in die Luft erhob. Dieses Gefühl nachempfinden konnten gestern auch Touristikchef Stefan Borgmann mit Mitarbeiterin Sabrina Bock und der Autor, als es mit einem Heißluftballon über Eckernförde in Richtung Nord-Ostsee-Kanal ging.

Fauchend blies der Brenner heiße Luft in die Ballonhülle, die sich in der noch kalten Morgenluft schnell senkrecht stellte, während die Sonne eben über den Horizont kroch. Ein kleiner Testballon signalisierte, dass die Windrichtung stimmte und zügig hob der Korb vom Startplatz im Industriegebiet Grasholz ab. „Wir bleiben erst etwas niedriger“, erklärte Pilot Thomas Oerding, der den Bodenwind aus Nordwest zunächst nutzte, um über die Stadt zu kommen. Rund 70 Grad Temperaturdifferenz müssen die 3400 Kubikmeter Luft im Balloninneren zur Außenluft haben, dann trägt der Ballon. Ein Höhenvariometer gibt an, ob es auf- oder abwärts geht, durch Tuchklappen in der 1200 Quadratmeter großen Hülle lässt sich der Ballon drehen. Auch wenn der Kurs allein vom Wind bestimmt wird, lässt dieser sich durch unterschiedlich Windströmungen in den Höhenschichten geringfügig beeinflussen. Ist der Ballon erstmal in der Luft, spielt die Windstärke zunächst keine Rolle, sorgt aber spätestens bei der Landung dafür, ob es holprig wird. „Aus diesem Grund ist eine Morgenfahrt wegen der noch fehlenden thermischen Winde erheblich angenehmer, als abends“, weiß Oerding, der das Geschäft schon seit 24 Jahren betreibt.

Es ist spannend, was man aus der Höhe zu sehen bekommt, die ungewohnte Perspektive lässt Wittensee und Noor auf nachbarliche Nähe zusammenschrumpfen, manche Windräder von oben greifbar nahe kommen. Etliche Terminverschiebungen aus Witterungsgründen haben den Raps von den Feldern verschwinden lassen, doch das satte Grün danach entschädigt dafür.

„Ziel der Aktion sind natürlich Luftaufnahmen von Eckernförde“, erläuterte Touristik-Chef Stefan Borgmann, der auf diese Weise zu unverbrauchten Motiven kommt und nebenbei das Nützliche auch mit dem Angenehmen verbindet. Parallel zum Strand, über die Golfanlage in Altenhof, vorbei an den Windrädern bei Holtsee, die ständig wechselnden Motive lassen die Kameras pausenlos klicken. Schiffsaufbauten tauchen zwischen dem Grün um den Nord-Ostsee-Kanal auf, der Ballonschatten zeichnet sich auf den Wiesen und Feldern in der aufgehenden Sonne scharf ab.

„Viel zu kurz“, empfinden die Mitfahrer nach nicht ganz 90 Minuten und mit den notwendigen Verhaltensmaßregeln geht es zur Landung auf einem Feld bei Bredenbek. Ein letzter kurzer Feuerstoß zum Bremsen, dann setzt der Korb mit einem kurzen Holpern ohne Umzukippen auf. Das anschließende Taufzeremoniell ist obligatorisch und bleibt mit einer persönlichen Urkunde für jeden in Erinnerung.

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