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Eckernförder Zeitung

21. August 2017 | 20:36 Uhr

LTO : Ein Plus auf allen Ebenen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Umsatz und Übernachtungszahlen innerhalb der Lokalen Tourismus-Organisation (LTO) steigen. Neuerungen gibt es bei der Konzertmuschel und den Strandzugängen.

Stefan Borgmann könnte einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen. Stets gut gelaunt, gibt es bei dem Geschäftsführer der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) nur Erfolgsmeldungen. „Alles super“ lautet die Devise, auch diesmal, als er bei der jüngsten Vermieterversammlung die aktuellen Touristik-Zahlen vorstellte: Die Anfragen nach Unterkünften – also die klassischen Reservierungen – sind um zehn Prozent gesunken. Doch kein Grund für schlechte Laune: „Das entlastet unsere Mitarbeiter.“ Grund für die Entwicklung sei die gestiegene Online-Affinität der Verbraucher, die lieber gleich selber buchen, anstatt Anfragen zu stellen, um zu Hause ganz altmodisch zu vergleichen und schließlich wieder absagen.

Der Rest der Tourismuszahlen zeigt steil in die Höhe: Die Buchungen sind in diesem Jahr bislang um 21 Prozent gestiegen. „2013 waren es 3555“, so Borgmann. „Wir haben jetzt schon 3700 und werden zum Ende des Jahres die 4000er-Grenze geknackt haben.“ Grund dafür ist unter anderem, dass die Touristik seit Gründung der LTO auf mehr Unterkünfte zurückgreifen kann. Borgmann: „Jetzt haben wir 650 Objekte, vor vier Jahren waren es nur die Hälfte.“ Hinzu kommt, dass neue hochwertige Appartements neue Möglichkeiten eröffneten.

Auch der Umsatz ist gestiegen: Während die bei der ETMG gemeldeten Vermieter 2010 noch 580 000 Euro Umsatz gemacht haben, liegt der erwartete Umsatz zum Ende des laufenden Jahres bei 1,8 Millionen Euro. „Ein Plus von 60 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr“, so Borgmann. Doppelt so viele Objekte, dreifacher Umsatz in nur vier Jahren – der Grund: „Die Leute bleiben länger und die Unterkünfte werden teurer. Die Gäste sind bereit, für gute Leistung auch Geld zu bezahlen.“ Ausgezahlt hat sich die Anmeldungen bei Online-Buchungsplattformen wie BestFewo oder Casamundo. 36 Prozent aller Buchungen laufen mittlerweile darüber.

Während sich diese Zahlen alle auf die LTO beziehen, konnte Borgmann die Ankünfte nur für Eckernförde vermelden: Auch hier gibt es ein Plus von acht Prozent. Nach 52 600 Gästen im Jahr 2013 werden es Ende 2014 wohl 57 000 sein. Bei den Übernachtungen wird mit einem Plus von zehn Prozent gerechnet: von 156 000 auf 170 000. Zum Vergleich: 2004 lag diese Zahl bei 114 000.

Auch die touristische Infrastruktur der Stadt mausert sich: Die neue Kleingolfanlage an der Strandpromenade wird gut angenommen, der neue Wohnmobilstellplatz soll noch in diesem Jahr eröffnen, und die Konzertmuschel im Stadtpark wird zurzeit von der Graffiti-Spray-Firma „artefx“ aus Berlin umgestaltet. Sie soll ein Panoramabild von Eckernförde schmücken. Der Kurpark selbst soll mit Veranstaltungen wie „Vegan Summer“ oder Weinfesten vermehrt genutzt werden, „aber ohne die Nachbarn zu verschrecken“, betont Borgmann. In den zurückliegenden Tagen sind vier neue barrierefreie Strandzugänge wie auf Höhe der Seelustbrücke gestaltet worden. Der dortige Zugang werde sehr gut angenommen. Breite Bohlenwege erlauben auch Rollstuhl- und Rollatorfahrern, an den Strand zu gelangen. 2015 sollen zusätzlich die beiden Zugänge an der DLRG-Station erneuert werden. Im Gegensatz dazu hat sich die ETMG gegen eine Investition entschieden: Der im Sommer getestete elektrische Strandrollstuhl ist zu wenig angefragt worden.

Also alles in Butter? Nicht ganz. Die Vermieter von Ferienwohnungen sind verunsichert: Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2006 müssen Hotelbetreiber neben GEZ-Gebühren auch Abgaben an die Gema bezahlen. Die Verwertungsgesellschaft nimmt die Rechte von Urhebern musikalischer Werke wahr. Die Gema hat erklärt, dass das Urteil auch auf die Vermieter von Ferienwohnungen übertragbar ist, doch bislang hat sie noch keine Ansprüche geltend gemacht. Borgmann hat einen Tipp des Deutschen Touristik-Verbandes weitergegeben: „Solange ihr keine Rechnung bekommen habt, macht erstmal nichts.“ Abwarten heißt die Devise.

Eine weitere Frage, die Manchem auf den Nägeln brannte: Wer darf Unterkünfte überhaupt klassifizieren? Antwort: die Lokale Tourismusorganisation (LTO). Für die Vermieter in Schwansen ist das allerdings nicht die LTO „Rund um die Eckernförder Bucht“, sondern die LTO „Ostseefjord Schlei“.

 

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erstellt am 31.Okt.2014 | 05:34 Uhr

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