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Biotop in Windeby : Ein Paradies für Erdkröte und Frosch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Projekt Froschland reaktiviert am Noorwanderweg die zugeschütteten Biotope / Umsetzung wird vom Land voll finanziert

Ertönt bald am Noorwanderweg ein Froschkonzert? Das hoffen zumindest Windebys Bürgermeister Peter Pietrzak und Melanie Schubert. Sie ist selbstständige Biologin und koordiniert das Projekt Froschland. Am Noorwanderweg auf einer Ausgleichsfläche im Eigentum des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr entsteht ein Biotop, „in dem sich Amphibien heimisch fühlen sollen“, sagt Schubert. Die Arbeiten dafür haben bereits begonnen. Eine Moorsenke wird renaturiert. „Wir wollen die alte Vegetation wieder reaktivieren“, sagt Schubert und fügt hinzu: „Wenn wir interessante Pflanzen finden, werden sie umgesetzt.“ Die oberste Bodenschicht wurde abgezogen. Die Hoffnung: In der Moorschicht könnten noch Samen sein, sodass auch andere Pflanzen als die derzeit vorhandenen wieder wachsen könnten.

Um das Regenwasser anzustauen, wird ein Damm erstellt. Drainagerohre wurden gekappt. „Das ist relativ einfach“, so die selbstständige Biologin.

Viele Teiche seien zugekippt worden, da sie in der Landwirtschaft hinderlich seien. Und in den Teichen, die noch übrig seien, schwimmen oft Fische, die die Eier und Kaulquappen fressen würden.

Grasfrösche und Erdkröten wurden in der Senke schon gesichtet. „Wir hoffen auch, dass bald Laubfrösche kommen“, sagt Schubert.

Damit sich die Tiere in dem neuen Biotop wohlfühlen, brauchen sie es kuschelig: „Das Wasser muss warm sein, damit die Kaulquappen sich schnell entwickeln“, erklärt Schubert, daher bekommt das Gewässer flache Uferzonen. Umso schneller die jungen Frösche aus dem Wasser raus seien umso besser. Frösche brauchen im Frühjahr einen Teich zum Ablaichen, Extensiv-Grünland als Sommerlebensraum und im Winter frostfreie Verstecke in Knicks, unter Holz oder Steinen. Eine Verbindung zum Noor gibt es nicht, denn: „Es dürfen keine Fische ins Wasser“, unterstreicht Schubert.

Im vergangenen Jahr hat Melanie Schubert das Anlegen von fünf Teichen in Loose betreut. Auch in Groß Wittensee und Klein Wittensee wurden zum Beispiel schon Gewässer angelegt und in Barkelsby werden in diesem Jahr noch weitere Teiche entstehen.

„Wir finden die Idee gut, dass hier so ein Biotop entsteht“, sagt Peter Pietrzak. Als die Anfrage vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume kam, hatten die Gemeindevertreter auf ihrer Sitzung im März dieses Jahres dafür gestimmt, dass ein Biotop am Noorwanderweg entsteht. Auflage: „Der Noorwanderweg darf nicht in Mitleidenschaft gezogen werden“, betonte Pietrzak. Deswegen wird ein Wall zum Schutz des Weges errichtet. Außerdem wurde ein Ablauf zum Noor errichtet, falls das Wasser in der Senke zu hoch steigen sollte.

Ein paar Jahre sollen nun vergehen, dann will Melanie Schubert überprüfen, welche Frösche sich im Biotop angesiedelt haben. „In zwei bis drei Jahren müsste es sich schon lohnen, nachzusehen.“

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erstellt am 08.Okt.2014 | 07:10 Uhr

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