Ein "Orangeriepark" für Stift

Herrenhaus soll Herzstück eines neuen Wohngebiets werden / Bauausschuss will Bürgerinformation am Montag abwarten

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25. Februar 2013, 12:24 Uhr

Altenholz | Zweiter Anlauf für eine Umnutzung des Stifter Herrenhauses: Um die Hürde zu nehmen, hat sich Eigentümer Rainer Jacken die imetas property services GmbH aus Hamburg an die Seite geholt, die sich als Projektentwickler für außergewöhnliche Immobilien im Norden einen Namen gemacht hat. Die von Geschäftsführer Heiner Kropp vorgestellten Pläne für ein generationenübergreifendes Wohnangebot im "Orangeriepark" stießen im Bauausschuss auf eine positive Resonanz. Eine Entscheidung wurde jedoch vertagt, um die Ergebnisse der Diskussion mit den Bürgern am nächsten Montag berücksichtigen zu können.

"Uns reizt die Story des Herrenhauses", erklärte Heiner Kropp. Für ihn ist das 1920 errichtete Gebäude "der Star des Quartiers", weil es entgegen anderer Gutshäuser für sich allein stehe, ohne angrenzende Nutzgebäude. Es wird in seinem Konzept zum Herzstück der Anlage, in die sich im Gartenbereich Neubauten in Anlehnung an die Architektur klassischer Remisen und Orangerien anschließen. Auch in den Namen der Gebäude wird sich dieser Ansatz widerspiegeln. Sowohl junge Familien als auch "selbstständig lebende Bürger 50+" können in dem zweigeschossigen Torhaus, in der ebenfalls über zwei Stockwerke gehenden Remise oder den Orangerie-Häusern, die sich durch ihre hohen Glasanteile und Dachterrassen auszeichnen, ein Zuhause finden. Insgesamt werden mit den zwischen 6,5 und neun Meter hohen Gebäuden 45 bis 50 Wohneinheiten entstehen - Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen zwischen 65 und 150 Quadratmetern Größe. Dazu kommt das Herrenhaus, für das sich Kropp eine gewerbliche Nutzung im Erd- und Obergeschoss vorstellt. Das Dachgeschoss soll ebenfalls zu Wohnraum werden. Der ruhende Verkehr soll aus der Anlage herausgehalten und in einer zu bauenden Tiefgarage Platz finden. Bei der Versorgung setzt die imetas auf Erdwärme und Solarthermie.

In der Remise ist neben einem Café mit Bistro eine Tagesbetreuungsstätte vorgesehen, in der ein breites Dienstleistungsangebot angesiedelt werden soll. Das steht nicht nur den Bewohnern des "Orangerieparks", sondern auch der "Fördeterrassen" in Holtenau, für die die imetas ebenfalls verantwortlich zeichnet, und anderen Bürgern in Altenholz zur Verfügung. Es umfasst einen Wohnungsservice, der von der Tierversorgung über Wäschereinigung, Einkaufs- und Botendienste bis hin zum Hausnotruf reicht, einen Beratungs- und Informationsservice mit Hilfestellungen zu Rechts- und Sozialfragen und Angeboten der Kirche, der Bildung und Gesunderhaltung, und einen Gesundheitsservice, der bei Angelegenheiten der Kranken- und Pflegeversicherung, der Vermittlung eines ambulanten Pflegedienstes und einer Begleitung zum Arzt behilflich ist.

Die CDU-Vertreter sahen viele Vorteile des 16 Millionen Euro schweren Projekts. So führte Dr. Reinhard Sievers an, dass die Autos in einer Tiefgarage untergebracht sind und der Garten des Herrenhauses eine öffentlich zugängliche Parkanlage wird. Weiter hob er hervor, dass das Herrenhaus in seiner Form erhalten bleibt und die Neubauten nicht höher sein werden. Die Bewohner der neuen Wohnungen steigerten zudem die Kaufkraft im Ortsteil, was auch der Ladenzeile zugute komme. Allerdings bedeute die Planung auch eine Abkehr vom ursprünglichen Konzept, das Seniorenwohnungen und Pflegeplätze vorsah, stellte Sievers fest. "Dort kann sich jetzt alles entwickeln, je nachdem, wer die Wohnungen kauft", gab er zu bedenken und hielt fest, dass nicht auf der im September 2010 beschlossenen Planung aufgebaut werden könne. Sievers: "Dies ist etwas völlig Neues." Um darüber mit den Bürgern diskutieren und die Ergebnisse in einer Entscheidung berücksichtigen zu können, beantragte Sievers, die Beschlussfassung auf die nächste Sitzung des Bauausschusses im März zu vertagen. Dafür sprachen sich auch die anderen Fraktion aus. "Es ist das erste Konzept, bei dem das Herrenhaus nicht als Übel, sondern als zentraler Punkt gesehen wird, um den sich alles rankt", stellte Ingo Baasch (SPD) fest. Somit sei es das erste Konzept, dem er nicht von Anfang an ablehnend gegenüberstehe. Auch wenn es noch viele offene Fragen gebe, sollte man das Verfahren anstoßen. "Es gefällt mir besser als das, was es vorher gab", erklärte der Ausschussvorsitzende Gerhard Hirschfeld (AWG). Mit dem Aufschub einer Entscheidung hatte er keine Probleme, da der Bauausschuss das nächste Mal noch vor der Gemeindevertretung tagt, die das abschließende Urteil fällt.

Die Bürgerinformation am Montag, 6. Februar, beginnt um 19 Uhr im Eivind-Berggrav-Zentrum.

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