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Ein nicht-bindender Beschluss und zwei Jahre Planungszeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2016 | 06:27 Uhr

„In der Ratsversammlung wird rumgegackert wie die Hühner, aber kein vernünftiges Ei gelegt.“ Manchmal waren es gar keine Fragen, die die Bürger in der Einwohnerversammlung stellten, einige wollten mehr ihrem Unmut darüber Luft machen, dass nach vier Jahren noch immer kein Kinostandort gefunden ist. Auf die Frage von Dietmar Woyth, warum die Suche so lange dauere, konterte Matthias Huber (Bürger-Forum): „Wir machen das alles ehrenamtlich. Sie können mir glauben, dass wir nicht extra Zeit schinden, weil wir Stundenlohn für unsere Arbeit bekommen.“

Insgesamt hatten sich 16 Bürger zu Wort gemeldet, die genauso unterschiedlicher Meinung waren wie die Politiker: Einerseits wurde für den Skaterpark als Standort argumentiert („Wenn Sky nichts wird, stehen wir wieder da, wo wir vor vier Jahren begonnen haben“), andererseits wurde der Standort Skaterpark als zu weit von der Innenstadt entfernt und die Bahnschienen als trennend empfunden.

Anja Ketelsen fand die Unterschriftensammlung der CDU zunächst gut, weil dadurch Druck auf die Ratsversammlung erzeugt wurde. Allerdings hätten ihrer Meinung nach viele Menschen nicht für den Skaterpark unterschrieben, wenn sie die Sky-Planung schon gekannt hätten. Susanne Molt (FDP), Rainer Bosse (SSW) und Katharina Heldt (CDU) antworteten unisono, dass ein Aufstellungsbeschluss für den B-Plan Skaterpark nicht bedeute, dass man ihn auch umsetzen müsse. Sollte sich der Sky-Markt als praktikabel erweisen, wolle man sich dem nicht verschließen. Sollte das Konzept jedoch nicht überzeugen, habe man durch einen „Vorratsbeschluss“ schon etwas Zeit gewonnen.

Horst Kunze hatte dagegen ganz andere Sorgen: „Wir haben eine Entwicklung in Eckernförde, die mir angst und bange macht.“ Damit meinte er sinkende Gehälter und steigende Immobilienpreise. „Ich will Prioritäten: ordentliche Arbeitsplätze und bezahlbaren Wohnraum. Deshalb muss die Kinofrage endlich zurande kommen, um sich wieder mit den wichtigen Fragen zu beschäftigen.“ Er empfahl der Politik, mit einem Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan noch so lange zu warten, bis der Sky-Markt als Standort ordentlich bewertet werden konnte.

Konkret wurde es auf die Frage von Matthias Gloger: „Wann kann das Kino auf dem Skaterpark stehen?“ Antwort von Bürgervorsteherin Karin Himstedt: „Es würden mindestens zwei Jahre bis zum ersten Spatenstich vergehen.“ Neben dem Bebauungsplan-Verfahren (ca. ein Jahr) müssten ein Einzelhändler- und ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden, erläuterte Bürgermeister Jörg Sibbel. Allerdings: Ein Kino auf dem Sky-Markt würde aus planerischer Sicht die selbe Zeit in Anspruch nehmen.

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