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Parkdeck Noorstrasse : Ein neues Heim für 180 Autos

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Bauarbeiten für Parkdeck in der Noorstraße gehen gut voran. Der Rohbau ist zu einem Drittel abgeschlossen.

Eckernförde | Es gilt als erstes Gebäude der Nooröffnung: Vier Monate nach Baubeginn steht das Stahlgerüst des Parkhauses in der Noorstraße. „Der Rohbau ist zu einem Drittel abgeschlossen“, sagt Bauleiter Michael Zeidler von der Deutschen Industrie und Parkhausbau GmbH (dip). Mit der Fertigstellung rechnet er im Sommer 2017. Im Moment herrscht jedoch Stille auf der Baustelle – Ferien. Weiter geht es ab dem 9. Januar.

174 Stellplätze plus acht Außenplätze entstehen hier auf drei Etagen in der sogenannten Split-Level-Bauweise, die die Parkdecks in Halbgeschossen anordnet. Ursprünglich waren mehr Stellplätze geplant, doch wegen des hohen Grundwasserspiegels entschieden sich die Stadtwerke als Bauherr gegen eine unterirdische Etage, für die eine Betonwanne hätte gebaut werden müssen. „Das hätte sich für 30 Parkplätze finanziell nicht gelohnt“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens. Der Bau des Parkhauses war schon vor einigen Jahren angedacht, im Januar 2014 wurde der Entwurf vorgestellt: Eine Fassade aus 4100 vertikal eingebauten keramikummantelten Vierkanthohlstäben soll dem Bauwerk ein markantes Äußeres geben und gleichzeitig viel Licht hineinlassen. Weiterhin geplant sind sechs Ladestationen für Elektro-Autos und einige Abstellplätze für Fahrräder – ebenfalls mit Stromladestationen für E-Bikes. Die Zahl der Ladesäulen kann jederzeit aufgestockt werden. „Das wird sich später einmal auszahlen, wenn die Zahl der Elektroautos zugenommen hat“, sagt Michael Zeidler. Auch eine öffentlich zugängliche Toilettenanlage wird in das Gebäude integriert. Das gesamte Gebäude wird behindertengerecht gebaut. Die Zufahrt erfolgt später ausschließlich über die Noorstraße, es gibt nur eine Notausfahrt über den Burgwall für den Fall eines extremen Hochwassers.

Eine Besonderheit zeichnet die Bauweise aus: Normalerweise werden die Stahlträger mit Drehsteifen abgestützt, wenn die Betondecken gegossen werden. Die Deutsche Industrie und Parkhausbau GmbH geht anders vor. Sie befestigt zwischen den die Last tragenden Stahlträgern eine Unterkonstruktion aus kleineren Stahlträgern und Holzbalken, auf die der Beton aufgebracht wird. Ist er ausgehärtet, wird die Unterkonstruktion wieder entfernt. Das spart Zeit, hat aber seine Tücken. „Die Last des Betons drückt die Stahlträger durch, weshalb diese stark überhöht hergestellt werden und ähnlich wie eine Banane gebogen sind“, erklärt der Bauleiter. „Der Beton drückt die Träger dann drei Zentimeter durch. Den Rest erledigen die parkenden Autos.“ 19 Zentimeter dick sind die Betondecken, zwei Zentimeter mehr als normalerweise. „Das ist der Witterung hier mit dem Salz in der Luft bei Ostwind geschuldet“, erklärt Dietmar Steffens.

Der Beton wird im Januar oder Februar aufgebracht. „Dabei sind wir witterungsabhängig“, so Zeidler. Mindestens fünf Grad Celsius müssen herrschen. „Und vorher darf es auch nicht tagelang Frost gegeben haben.“ Glücklicherweise kann das Unternehmen schnell reagieren: Den Beton erhält es von der Firma Siemsen schräg gegenüber. Nach den Betonarbeiten erfolgt der Einbau der Türen und der Fassade.

Für den Neubau mussten die Stadtwerke das Grundstück zunächst vorbereiten: Abwasser-, Gas- und Stromleitungen mussten verlegt und auch die Wand zum Nachbargebäude statisch abgestützt werden. Zunächst versuchten die Stadtwerke die Kosten auf den Nachbarn zu schieben, doch wie sich herausstellte, waren die Stadtwerke als Bauherr dafür zuständig.

Die Parkfelder werden eine Breite von 2,60 Meter haben. „Das sind 10 Zentimeter mehr als heute üblich“, sagt Dietmar Steffens. Nach der Garagenvorschrift aus den 70er-Jahren müssten es sogar nur 2,30 Meter sein, jedoch reagiere man damit auf die immer größer werdenden Autos. „Zehn Zentimeter klingt nicht viel“, erklärt Michael Zeidler“. „Sie ermöglichen in der Praxis aber ein wesentlich komfortableres Ein- und Ausparken.“

Etwa drei Millionen Euro kostet der Bau, wie hoch später die Parkgebühren sein sollen, steht noch nicht fest. Sie sollen nach Aussage Dietmar Steffens’ im März kalkuliert werden. Erst wenn das Parkhaus fertig ist, soll die Parkpalette bei Aldi auf der Straßenseite gegenüber abgerissen werden.

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erstellt am 28.Dez.2016 | 06:12 Uhr

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