zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 02:12 Uhr

Schweinswale : Ein neuer Pinger für die Wale

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Ausbildungszentrum U-Boote (AZU) unterstützt das Ostsee-Info-Center bei einer Anschaffung für den Schutz der Schweinswale.

Mindestens ein neuer Pinger für die Schweinswale in der Ostsee – das möchte das Ausbildungszentrum U-Boote (AZU) dem Ostsee-Info-Center für den Schutz der Meeressäuger ermöglichen. Dafür übernahm Oberstabsbootsmann Wolfgang Göritz gestern stellvertretend für das AZU eine Walpatenschaft. Drei Spenden von je 50 Euro sind notwendig, um einen Pinger anzuschaffen.

Seit 1998 pflegt das AZU, das zum 1. U-Boot-Geschwader gehört, eine Patenschaft mit Dillingen an der Donau. Jedes Jahr fährt eine Delegation zum Christkindlmarkt in die bayerische Stadt, um dort Glühwein zu verkaufen. Der Erlös dieser Aktion kommt dem Kinderschutzbund zugute. „Im vergangenen Jahr haben wir der Einrichtung 4500 Euro gespendet“, erzählt Göritz. Davon sei ein Sommercamp für junge Menschen, die nie in den Urlaub fahren, finanziert worden.

Insgesamt zwölf Kinder verbringen ihre Ferien noch bis morgen in Eckernförde, bevor es für sie weiter nach Fehmarn geht. Alle von ihnen genießen die Zeit an der Ostsee, einige haben bereits angekündigt, dass sie nie mehr weg wollen. Julia, Jonas und Dominik bestaunen die Schollen und Krebse im Fühlbecken. Auch der elfjährige Tim ist begeistert. „Ich freue mich auf alles, was wir unternehmen.“ Ein U-Boot haben die jungen Gäste bis jetzt besichtigt und im Meer gekeschert. Vor allem die Quallen zogen stets die Aufmerksamkeit auf sich. Göritz fügt hinzu, dass auch noch eine Wattwanderung und eine Fahrt zu den Seehundsbänken geplant sind. Außerdem sollen die Kinder etwas über eine Sturmflut lernen. „Wir haben ein enges Programm, dass allen jedoch viel Spaß macht“, erklärt er. Wer in den Urlaub fahren darf, entscheidet der Kinderschutzbund. Das Sommercamp findet bereits zum zweiten Mal statt. Laut Göritz soll es nur alle zwei Jahre angeboten werden, „damit es etwas Besonderes bleibt“.

Dass neben dem Kinderschutzbund auch das OIC unterstützt wird, liegt nahe. „Eckernförde ist eine schweinswal-freundliche Stadt, deshalb wollen wir einen neuen Pinger finanzieren“, sagt der Oberstabsbootsmann. Pinger sind kleine ovalförmige Geräte, die alle 200 Meter an den Netzen befestigt werden und einen Ton im Frequenzbereich von 20 bis 160 Kilohertz aussenden.

Der Schutz der kleinen Meeressäuger liegt allen Mitarbeitern des OIC am Herzen. Ulla Grebe-Schmitz weist auf das Projekt „Schweinswal-freundliche Bucht“ hin, bei dem zusammen mit den Fischern Methoden entwickelt werden, um die Tiere zu schützen. Auf freiwilliger Grundlage führen die Stellnetz-Fischer Maßnahmen zum Schutz der Schweinswale durch. Der Einsatz von Pingern bedeutet für sie mehr Arbeit, denn sie müssen mit einem Auftriebskörper am Netz befestigt werden und stellen ein Hindernis dar, an dem sich das Netz verheddern kann.

Laut Grebe-Schmitz gibt es eine Alternative zu den Pingern, die jedoch noch nicht erprobt ist. Eine davon ist die ist die Verwendung von Bariumsulfat-Netzen. Diese sollen wegen ihrer Beschichtung von den Walen besser wahrgenommen werden. Auch Fischfallen seien eine Möglichkeit. Mit beiden Alternativen muss jedoch zunächst noch experimentiert werden, bevor sie richtig in der Ostsee eingesetzt werden.

Die Eckernförder Fischer zeigen sich beim Schutz der Wale kooperativ. Im Dezember 2013 mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt sowie dem Ostee Info-Center (OIC) eine freiwillige Vereinbarung für dieses Projektgebiet unterzeichnet, das eine Reduzierung der Stellnetzflächen für die Monate Juli und August vereinbart. Diese gilt zunächst bis 2017 (wir berichteten). Das Projekt wird durch das Land Schleswig-Holstein und aus Mitteln des Europäischen Fischerei Fonds unterstützt.

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 09.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert