Wirtschaft regional : Ein Neubau für das Gettorfer Backhaus

Fangen gemeinsam an der Eichkoppel neu an: Jürgen Johannsen mit seiner Frau Anja (r.), Backstubenleiter Christian Arff und Prokuristin Silke Gravert vor den modernen Öfen.
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Fangen gemeinsam an der Eichkoppel neu an: Jürgen Johannsen mit seiner Frau Anja (r.), Backstubenleiter Christian Arff und Prokuristin Silke Gravert vor den modernen Öfen.

Komplex bietet auf 1200 Quadratmetern modernste Bedingungen für das Traditionshandwerk / Besucher können in die Backstube sehen

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17. Januar 2015, 06:00 Uhr

Gettorf | Nach drei Jahren Planung und einem Jahr Bauzeit ist es soweit: Das Gettorfer Backhaus nimmt am Montag seinen Betrieb in der neuen Schaubäckerei an der Eichkoppel auf. Auf 1200 Quadratmetern ist nicht nur ausreichend Platz für die traditionell hergestellten Backwaren, sondern auch Lager, Verwaltung und ein Café.

Das Gettorfer Backhaus ist seit seiner Gründung 1987 in der ersten Etage des Hauses zu finden, in dem die Kaufmannsfamilie Johannsen 1836 den Grundstein für das Unternehmen legte, zu dem heute die Edeka-Märkte in Gettorf und Altenholz gehören. „Die Betriebsfläche Am Markt wurde zu klein, die Bäcker haben über vier Etagen gearbeitet, das war uneffektiv“, erklärt Inhaber Jürgen Johannsen, warum er sich für ein moderneres und großzügigeres Gebäude am Eingang zum Gewerbegebiet Eichkoppel entschied. So kann das zehnköpfige Team der Backstube unter Leitung von Christian Arff auf Klimaräume zurückgreifen, in denen die Teige bei unterschiedlichen Temperaturen und verschiedener Luftfeuchtigkeit ideal gehen können, eine Kaltkonditorei, in denen unter anderem das aus Frankreich gelieferte Mehl zu Croissants verarbeitet wird, und eine Fettbäckerei, in der neben Berlinern süße Köstlichkeiten wie Apfeltaschen und Victoria gebacken werden.

Beim Ofen hat Kaufmann Johannsen auf neueste Technik gesetzt: Die vier Anlagen mit einer Leistung von 400 Kilowatt sind für einen hohen energieeffizienten Betrieb ausgelegt. Die Abwärme wird für Heizung, Warmwasserbereitung und die Abtauung der Kühlzellen genutzt. Das Verbrennungsgas der Öfen wird über Vulkan-Lava-Gestein gefiltert, so das die Abluft CO2-frei ist. „Es ist schön, neben der Energieeinsparung auch noch etwas für die Umwelt zu tun“, hält Johannsen fest.

Darüber hinaus bietet der Neubau, den das Architekturbüro Ingenieure für Bauen aus Gettorf begleitet hat, Umkleiden mit Duschen für das Personal, Sozialräume und Büros für die zehn Kollegen der Verwaltung. „Beste Arbeitsbedingungen“, sagt Johannsen, der mittelfristig den Arbeitsbeginn für die Mitarbeiter in der Backstube von derzeit 3 Uhr auf 4 Uhr, die der Spätschicht von 6 auf 7 Uhr anstrebt. „Wir wollen gute Mitarbeiter haben, und wir müssen uns etwas einfallen lassen, wenn der Beruf nicht aussterben soll“, ist Johannsen überzeugt.

Einen Einblick in das Traditionshandwerk haben die Besucher des Cafés, das täglich von 5.30 bis 18 Uhr geöffnet sein wird und neben Brot und Brötchen auch Kuchen und Frühstücksvariationen bieten wird. Durch große Fenster können die Gäste den Bäckern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Dazu gibt auch ein Tag der offenen Tür Gelegenheit, für den Termin aber noch nicht feststeht.

Was mit der alten Backstube Am Markt geschieht, darüber hat sich Jürgen Johannsen noch keine Gedanken gemacht. Fest steht aber, dass das Markt-Café mit seinem Sortiment wie gewohnt für die Kunden öffnen wird.

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