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plattdeutsches Theater : Ein Mann – zwei Familien: Das Internet deckt’s auf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Aufführung „Lögen hebbt junge Been“ am Sonnabend der Looser Snutensnackers zog das Publikum in seinen Bann. Der Schauspielernachwuchs kommt aus den eigenen Reihen,

Loose | Leere Straßen, voller Saal in der Bürgerbegegnungstätte Loose – es ist Theatersaison der Snutensnacker. Reges Treiben hinter der Bühne, schnell noch in die Maske die Sieglinde Andersen gekonnt in die Hände nimmt. Die Friseurin hat mit Unterstützung von Gesa Mecklenburg ganze Arbeit geleistet.

Gemütlich sitzt Sophie Lemke (17) entspannt im Sessel und schaut dem Treiben zu, von Lampenfieber keine Spur. Warum auch, sie spielt genauso wie Christian Haber (25) und Fynn Niklaas Peters (23) seit über zehn Jahren Theater – angefangen in der Kindergruppe der Snutensnackers. Es zeichnet das Team aus, das der Nachwuchs aus den eigenen Reihen kommt. „Mir bringt das Theaterspielen viel Spaß, man bekommt dadurch viel Selbstbewusstsein, hat eine gute Ausdrucksweise und vieles mehr. In eine Rolle zu schlüpfen ist richtig spannend und herausfordernd,“, so die 17-Jährige.

Chemie- und Physikstudent Fynn Niklaas und Informatiker Christian nutzen die letzten Minuten, um nochmal über ihr Regieheft zu lesen. Während Fynn sich immer wieder in den komischen Rollen wiederfindet, ist Christian gern in den Rollen als Polizist oder ähnlich zu finden. Wilfried Langusch (Regieleiter) ist sich bewusst: „Wir können stolz und glücklich sein, so aktiven jungen Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu haben. Wir sind ein tolles Team.“ Was ist eine Bühne ohne die Techniker – Burkhard Römer und sein Team Clemens Römer, Tjark Rennwald, Mirko Störmer, Gustav Mehlert, Jens Rennwald und Marco Fuhlendorff haben alles gegeben, um ein schönes Bühnenbild mit sicherer Technik zu schaffen. Vörsnackerin Edda Rennwald sorgt für Sicherheit.

Mit der Farce „Lögen hebbt junge Been“ in zwei Akten von Roy Cooney, plattdeutsch von Kay Kruppa, ist das Publikum von Anfang an mittendrin in dem turbulenten Leben des Taxifahrers Klaus Bruns (Manfred Peters). Frech und voller Harmonie lebt er in zwei Welten. In Kiel-Kronshagen mit Ehefrau Martina (Sieglinde Andersen) und Tochter Vera (Sophie Lemke) und in Kiel-Schönkirchen mit Ehefrau Beate (Nicole Pawel) und Sohn Gregor (Christian Haber). Von Anfang ist die Bühne Schauplatz zweier Haushalte.

Das Chaos beginnt, als sich die Jugendlichen im Internet kennenlernen. Sie liegen ihren Müttern in den Ohren, weil sie sich nun leibhaftig kennenlernen wollen. Irritiert hören die Mütter die Informationen, die sie von ihre Nachwuchs über die Väter von Gregor und Vera erfahren. Beide heißen Bruns, beide sind Taxifahrer, sind 43 Jahre alt. Zufälle gibt’s. Klaus Bruns trifft fast der Schlag, als er in letzter Minute erfährt, was sich zwischen seinen Kindern anbahnt.

Nun beginnt die Lügenwelt des Taxifahrers, der seit 18 Jahren zwei Ehen führt, aus den Fugen zu geraten. Strikt verbietet er seiner Tochter das Treffen mit der Internetbekanntschaft: „Dat sünd allens Sexgorillas, dörchdreihte Moorhuhnjäger“, die Antwort kommt sofort: „Du büst n’ miesepedrige Knacker“…!“ Tempo und Spielwitz liefern die einzelnen Szenen, Klaus hetzt von Wohnung zu Wohnung, verstrickt sich immer mehr. Hilfe hat er von seinem Freund und Untermieter Ralf Gärtner (Fynn Niklaas Peters). Verwirrungen schafft auch noch dessen „Paps“ (Hans Jürgen Mordhorst).

Mit vollem Einsatz von Gestik und Mimik überzeugen die Darsteller in dem Irrgarten des Lügennetzes. Immer wiederkehrende Lachsalven des Publikums zeigen, dass das Ensemble den richtigen Nerv getroffen hat. Für die Tanzsparte des EMTV Eckernförde, für die die jährliche Premiere schon Tradition ist, flobten Kay und Meike Wiese: „Man denkt immer, es gibt keine Steigerung mehr, aber die Snutensnacker schaffen es immer wieder. Es ist auch schön, dass der Kulturverein und die Theatergruppe dieses Ambiente schaffen. Theater und anschließend Tanz schafft ein tolles Gemeinschaftsgefühl. Das gibt es nicht mehr so oft.“

Seit 2009 spenden die Snutensnackers für soziale Zwecke. Die diesjährigen Einnahmen spenden sie dem Marfan-Verein, da ein Kind aus den eigenen Reihen an der Krankheit Marfan-Syndrom erkrankt ist.

>Weitere Aufführungstermine unter www.vfl-loose.de





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