zur Navigation springen

Dietmar Ruhfus : Ein Mann wirbt für das Augenlicht

vom

Dietmar Ruhfus radelt für die Kinder-Augen-Krebs-Stiftung.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 07:17 Uhr

eckernförde | Diese Brüder gehen den Kampf gegen den Krebs an - jeder auf seine Weise: Thomas Ruhfus (45) aus Kiel ist an Knochenmarkkrebs erkrankt und unterzieht sich in wenigen Wochen einer Chemotherapie. Sein drei Jahre älterer Bruder Dietmar lebt in Eckernförde und geht zur selben Zeit auf Fahrradtour. Bei seiner Fahrt von Flensburg nach Füssen will er auf die schwere Krankheit Augenkrebs aufmerksam machen, die seinen Bruder schon sein ganzes Leben lang zeichnet.

Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass Thomas Ruhfus den Kampf gegen den Krebs aufnimmt. Wegen einer Genveränderung trägt er ein Leben lang ein erhöhtes Krebsrisiko. 2006 wurde ihm wegen Magenkrebs ein Teil des Magens entfernt, und schon im Säuglingsalter stellten Ärzte einen beidseitigen bösen Augentumor fest, ein sogenanntes Retinoblastom. "Hätte man das damals rechtzeitig erkannt, hätte das rechte Auge gerettet werden können", sagt Dietmar Ruhfus. Heute ist sein Bruder auf einem Auge blind.

Dieser Augenkrebs tritt praktisch immer vor dem fünften Lebensjahr auf, bei einer frühzeitigen Diagnose liegt die Heilungschance bei über 95 Prozent. Für eine verbindliche Vorsorgeuntersuchung bei Kleinkindern wirbt deshalb die Kinder-Augen-Krebs-Stiftung (KAKS) unter dem Motto "Weiß sehen", denn eines der möglichen Anzeichen für eine Erkrankung kann eine weiße Pupille bei Blitzlichtaufnahmen sein.

"Das ist alles viel zu unbekannt", sagt Dietmar Ruhfus. Und deshalb wird der Leiter der Sparkassen-Filiale in Vogelsang-Grünholz am 15. Juni auf sein Rad steigen und auf seiner "Augenlicht-Spendentour" innerhalb von zwei Monaten einmal quer durch Deutschland radeln - von Flensburg bis ins bayerischen Füssen. Sein Arbeitgeber unterstützt das Vorhaben, stellt ihn für den Zeitraum frei und spendiert ein Abschiedsfrühstück am 15. Juni in der Eckernförder Hauptstelle. Im Anschluss werden ihn rund 140 Radler, darunter Sparkassen-Vorstände und auch Bürgermeister Jörg Sibbel, die ersten Meter durch Eckernförde begleiten.

1370 Kilometer liegen dann vor ihm, 31 Zwischenstopps will Dietmar Ruhfus auf seiner Tour einlegen und für die Stiftung werben und Geld sammeln. Sein Bruder kann an der Tour nicht teilnehmen, weil er sich einer Chemotherapie unterziehen muss.

Sein Vorhaben hat sich schon herumgesprochen: Die Klasse 9d der Jungmannschule hat auf Anregung des Schülers Jonathan Vosgerau extra ein Pausenfrühstück zur Unterstützung der Aktion ausgerichtet und 220 Euro eingenommen. Aus der Klassenkasse haben die Schüler noch einmal 80 Euro auf die Spende für die Kinder-Augen-Krebs-Stiftung draufgelegt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen