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Eckernförder Zeitung

20. Oktober 2017 | 13:24 Uhr

Ein Lichtblick für Tansania

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hilfsprojekt des Ehepaares Ingrid und Dr. Hans-Joachim Miertsch in Tansania: Aus- und Fortbildung für Augenärzte und Bildung für Kinder

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2017 | 06:48 Uhr

In Deutschland kann ein Kind für 11,50 Euro drei- oder viermal in der Mensa essen, in Tansania reicht der Betrag für ein ganzes Jahr. „Dabei sind die Preise wegen schlechter Ernten gestiegen“, sagt Ingrid Miertsch. „Letztes Jahr genügten noch 6 Euro.“

Die Eckernförderin unterstützt seit 13 Jahren Kinder in Kibosho am Fuße des Kilimandscharo. Sie dürfen die Schule nur mit einer Schuluniform besuchen. „Und die können sich nicht alle leisten.“ Also sammelt Ingrid Miertsch Spenden und stattet die Erstklässler jedes Jahr mit Uniformen aus, ebenso mit Schuhen und Schulmaterial. Und sie ermöglicht die Schulspeisung für ein Jahr. Insgesamt 83 Kinder profitieren in diesem Jahr davon.

Das weiß Ingrid Miertsch aus erster Hand. Sie war mit ihrem Mann Hans-Joachim erneut für vier Wochen in dem ostafrikanischen Land. Sie hatte auf den neuen Präsidenten Magufuli gehofft. Er hatte freie Bildung für alle versprochen, doch noch immer können sich viele Kinder den Schulbesuch nicht leisten. Deshalb sammelt sie Spenden über den Verkauf von ihr erstellten Büchern (erhältlich bei „Klamotte“ in der Ottestraße), Postkarten und über Vorträge. 5000 Euro konnte sie jetzt umsetzen, unter anderem konnte eine neue Küche für den Kindergarten eingeweiht werden. Und weil dort Spielzeug fehlt, hat Ingrid Miertsch von einem einheimischen Tischler 260 Bauklötze anfertigen und aus Autoreifen eine Schaukel bauen lassen.

Unterstützt werden in erster Linie die Kinder der 240 Angestellten einer Universitätsklinik im 14 Kilometer entfernten Moshi, wo Dr. Hans-Joachim Miertsch seit vielen Jahren jedes Jahr ehrenamtlich Augenärzte in verschiedenen Operationstechniken ausbildet und Vorlesungen hält. Bis vor kurzem hat er noch in Eckernförde praktiziert. Doch in Tansania treten zum Teil Krankheiten auf, die es in Deutschland gar nicht mehr gibt – extrem fortgeschrittene Tumore zum Beispiel. Aber es gibt auch außergewöhnliche Fälle, wie den eines 11-jährigen Mädchens, das von einer Speikobra ins Augenlid gebissen wurde.

Hans-Joachim Miertsch unterrichtet die jungen Kollegen aus verschiedenen afrikanischen Ländern, steht ihnen als Mentor während der Operationen bei und erklärt ihnen neue Techniken. „Ich arbeite im Auftrag der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, um die Ausbildung der afrikanischen Augenärzte zu verbessern, damit sie hochqualifiziert in ihre Heimatländer zurückgehen und auch dort bleiben“, sagt er. Der Erfolg gibt ihm recht: Einer der Ärzte, die er mit ausgebildet hat, leitet mittlerweile die Augenklinik.

Das Ehepaar liebt seine ehrenamtliche Tätigkeit. „Wir kommen immer wieder bereichert und glücklich nach Hause“, sagt Ingrid Miertsch. „Man kann dort mit wenig Mitteln viel erreichen.“ Ihren Mann freut besonders, sein Wissen an hoch motivierte Menschen weiterzugeben, die schnell Fortschritte machen. Beide hoffen, dass sich weiterhin Menschen finden, die sie durch Spenden unterstützen. „Die Reisen nach Tansania finanzieren wir immer selbst, und die Spenden kommen zu 100 Prozent dort an.“

> Spendenkonto: AKO-Aktionskreis, Stichwort„Kinderhilfsprojekt Familie Miertsch“, IBAN: DE41 7105 2050 0005 7630 99, Swift–BIC: BYLADEM1TST

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