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Tag der offenen Tür : Ein lebendiger Ort des Lernens

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mit über 20 Mitmach-Stationen öffnete die Fritz-Reuter-Schule zukünftigen Schülern und Eltern ihre Türen. Als einzige Bildungsstätte in Eckernförde bietet die Schule Kindern mit Migrationshintergrund das Fach „Deutsch als Zweitsprache“ an.

Eckernförde | Wie sieht die Schule aus? Wie lautet das Angebot? Wer sind die Lehrer, und welche Möglichkeiten hat mein Kind? So oder so ähnlich dürften die Fragen vieler Eltern gelautet haben, die sich am Sonnabend beim Tag der offenen Tür der Fritz-Reuter-Schule (FRS) informieren konnten. Vielfältig war das Angebot, das von allen Klassenstufen individuell präsentiert wurde und zum Mitmachen animierte.

„Nach was schmeckt das?“, lautete die Frage von Annika Tom aus der 3b und legte ihrem Klassenkameraden Tom Kannengießer, der mit geschlossenen Augen und zugedrückter Nase seine Sinne nicht einsetzen konnte, ein Gummibärchen auf die Zunge. Weiterhin gab es Hör- und Fühlpräsentationen, die von den Kindern vorbereitet und auch von Erwachsenen getestet wurden. Mehr als 20 Stationen waren über die weitläufige Schule verteilt und ließen bei den Besuchern keine Langeweile aufkommen. Modernen und zeitgemäßen Unterricht zeigten die Schüler der Klasse 5b, die auf einer interaktiven Wandtafel Fragen auf englisch gestellt bekamen und beim Klicken auf das jeweilige Tafelfeld ergänzende Informationen erhielten. Von einem Beamer auf die Fläche projiziert, lassen sich dabei nicht nur Frage- und Antwortspiele, sondern auch Tafelbilder für nahezu alle Schulfächer entwickeln und diese für später abspeichern. „Es ist ein weiter Schritt in die Zukunft, und gerade im naturwissenschaftlichen Unterricht ist das System von unschätzbarem Vorteil. Grafiken aus dem Internet oder Fotos stehen dabei für alles Mögliche zur Verfügung“, weiß Fachlehrer Klaus Stäcker, der das System von Anfang an begleitet. Die Einbindung der Schüler erfolgt über ein Drahtlosnetzwerk, das jedem in der Klasse auf einem Net- oder Notebook den Zugang ermöglicht und nicht unbedingt an den Computerarbeitsraum gebunden ist.

Weniger technisch dafür aber handwerklich zeigte sich die Klasse 2b, die sich mit der ältesten Form der Tuchherstellung, dem Weben, befasste. Ob Papier, Garne oder Stoffreste, die jeweilige Eigenart des Materials machte den Reiz der Arbeit aus. Ständig umlagert war dabei das Spinnrad von Dagmar Marquardt, bei dem jeder, der wollte, aus Schafswolle Garn spinnen konnte. „Die motorische Herausforderung ist, gleichzeitig das Rad anzutreiben und dabei den Faden zu ziehen“, erklärte Marquardt. Interessiert waren hier gleichermaßen Jungen wie Mädchen.

Musikdarbietungen, Mathematik zum Anfassen, Experimente zum Wetter und nicht zuletzt war das Basteln von Vogelfutterglocken möglich. Wie Meinungsverschiedenheiten ohne Gewalt gelöst werden, war bei Streitschlichter-Vorführungen zu erleben.

Ob aus China, Afghanistan, Polen, Russland, Syrien oder Jemen, die größte Hürde für Schüler mit Migrationshintergrund ist die deutsche Sprache. „Deutsch als Zweitsprache“ heißt ein Projekt, das in ganz Schleswig-Holstein stattfindet und das in Eckernförde lediglich in der FRS praktiziert wird und Schüler sprachlich auf den Schulalltag vorbereitet. Am Ende zeigte sich der kommissarische Schulleiter Simon Steinmetz mit dem Verlauf des Tages zufrieden: „Einen besseren Weg, die Schule vorzustellen, dürfte es nicht geben.“

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