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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 21:03 Uhr

Kochendorf : Ein Leben rund um den Honig

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mit 90 Jahren packt Irma Jazdzejewski noch in Familien-Imkerei mit an

Irma Jazdzejewski ist eine echte Borbyer Deern und eine Honigmacherin. Seit 1946 hat sie ihren Vater, einem Hobby-Imker, über die Schulter geschaut und ist so historisch in das Wissen um den Honig hineingewachsen. Die ersten Bienenvölker brachten nach dem Krieg ein begehrtes Lebensmittel für die Bevölkerung. Heute feiert Irma Jazdzejewski ihren 90. Geburtstag und schaut zurück.

Die Augen funkeln voller Lebensfreude und Schaffenskraft, noch immer wissen ihre Hände, aus den Honigwaben das leckere Naturprodukt herzustellen. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie bis 2003 die Honigproduktion betrieben, zahlreiche Stammkunden gewonnen und ist in der Region bekannt. Neben der Produktion und Vermarktung hat die rüstige Jubilarin zwei Söhne groß gezogen, Haus und Garten gepflegt. Sohn Harald ist seit 34 Jahren Imker und führt heute den Betrieb, pflegt die Bienenvölker und erntet den Honig, den seine Mutter Irma seit fast 70 Jahren immer noch in der Produktion verarbeitet und vermarktet. Der leckere Kochendorfer Raps- oder Sommer-Honig, der sich laut Prüfbericht des Deutschen Imkerbundes, als besonders feincremig in der Konsistenz auszeichnet, ist bis nach Eiderstedt beliebt.

Die Bienenvölker stehen in der Region und gelten als Standimkerei, einige Verbrauchermärkte im engeren Umkreis haben dies erkannt und das Produkt in der Palette aufgenommen. Insider wissen auch das Gespräch und den Kauf bei „Frau Jeski“ persönlich zu schätzen.

Irma Jazdzejewski steht nicht gerne im Mittelpunkt, bescheiden arbeitet sie gemeinsam mit Günter Habermann (86), einem Familienfreund im Hintergrund, berichtet Sohn Harald. „ Die zwei sind wie die Bienen, emsig und fleißig. In der Saison gehen täglich bis zu 1000 Gläser Honig in der Abfüllung durch ihre Hände.“ Die Seniorin lächelt: „Schleuderzeit ist meist in der Strandzeit – Juni, Ende Juli, die schönste Zeit des Jahres habe ich meist im Keller verbracht.“ Im Laufe der Jahre sind hunderttausende von Honig-Gläsern durch ihre Hände gegangen. Sie liebt ihre Arbeit, den Duft des Honigs und freut sich, wenn der ein oder andere Kunde erzählt, zu welchen Vorlieben er neigt. Ob schnell am Morgen zwei Löffel geschleckt, oder als Süßungsmittel in den Tee gegeben – es gibt viele Geschichten.

Ihren 90. Geburtstag wird die Jubilarin im Kreis ihrer Familie feiern, still und bescheiden und voller Dank für die Gesundheit.

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erstellt am 16.Okt.2014 | 06:34 Uhr

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