Christiane Feuerstack : Ein Leben mit Kompost und Karma

Christiane Feuerstack präsentiert mit 'Kleingarten - Kompost - Karma' ihr viertes Buch. Foto: peters
Christiane Feuerstack präsentiert mit "Kleingarten - Kompost - Karma" ihr viertes Buch. Foto: peters

Feuerstack berichtet in ihrem neuen Buch von ihren Erlebnissen als spirituelle Kleingärtnerin.

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22. Februar 2013, 07:32 Uhr

Eckernförde | "Schrebergärten sind künstlich geschaffene Grillfest-Idyllen für Spießbürger." Es sind Vorurteile wie diese, die Christiane Feuerstack über den Haufen werfen musste, bevor sie sich selbst in einem Kleingarten ansiedelte. Was die Eckernförderin dort erlebte, hat sie in einem Buch niedergeschrieben: "Kleingarten - Kompost - Karma" ist eine Hommage an den Kleingarten, an Eckernförde, an die Region. Wer jedoch nur Banalitäten über die gesunden Bio-Karotten einer geläuterten Spießer-Verächterin erwartet, wird überrascht: Getreu dem Motto einer überzeugten Heileurythmistin und Karma-Arbeiterin berichtet die Autorin neben allerlei Anekdoten auch über ihre inneren Bilder während ihrer Meditationen zwischen Kartoffeln und Ringelblumen.

Eine befreundete Künstlerin hatte sie überzeugt, in der Kolonie mit Blick auf das Windebyer Noor eine Parzelle zu pachten - inmitten einer Mischung aus bunten Vögeln und "Ureinwohnern". Hier erlebt sie, wie ihr Nachbar sie argwöhnisch beäugt, als sie mit Brennesseln redet und die Wühlmäuse füttert und sie tatsächlich auf die korrekte Höhe der Hecke anspricht. Gleichzeitig lernt sie Herzlichkeit und eine nicht erwartete Ruhe in ihrer kleinen Hütte am Rande der Stadt kennen.

Ruhe, um vom Kleingarten zu lernen, genauer gesagt vom Komposthaufen: "Das ist der Ort, an dem Erneuerung geschieht, an dem alles Abgeschnittene, Herausgerissene, Verwelkte und Gemähte zu neuer nährstoffreicher Erde zerfällt. Es dauert seine Zeit, bis die Natur mit ihren Wesen dieses Wunderwerk vollbracht hat. Der Mensch kann dazu nichts beitragen als geduldig zu warten." Und wie dem Kompost, so gibt Christiane Feuerstack auch sich selbst Zeit. Zeit, in der sie meditiert und in der sich innere Bilder einstellen.

Und so lernt der Leser den Zwerg Adrian kennen, der sich ihr immer wieder auf ihren Reisen in der spirituellen Welt zeigt und ihr behutsam den Weg zur eigenen Beantwortung ihrer Fragen aufweist.

Das Buch spart nicht an Beschreibungen von Eckernförde als liebenswerter Kleinstadt mit ihren Einzigartigkeiten und Eigentümlichkeiten. Der Fischmarkt findet ebenso seinen Platz wie das Umwelt-Info-Zentrum oder der Strand. Mit viel Humor beschreibt die Autorin kleingärtnerische Fehltritte: "Der Unterhaltungswert beim Beobachten von Läusen ist äußerst gering. Dafür laufen sie nicht weg, wenn man seine Wut an ihnen auslassen will. Das probierte ich einmal mit einer Methode aus einer Broschüre über natürliche Schädlingsbekämpfung: Rhabarberblätter-Jauche. Dieser bestialische Gestank vertrieb fast alles, außer den Läusen."

Naturerlebnisse wechseln sich ab mit sehr persönlichen Reisen in die spirituelle Welt auf ihrem Weg zu mehr Selbsterkenntnis, die sich am Ende auf überraschende Weise einstellt.

"Kleingarten - Kompost - Karma" regt an, auch Alltägliches mit Humor und Tiefsinn zu betrachten. Es ist ein Buch, das überrascht: Die Kombination aus der Sicht eines kleingärtnerischen Neulings und des spirituellen Profis bringt zwei Welten zusammen, die sich bislang scheinbar ausgeschlossen haben - und eröffnet dem Leser neue Horizonte.

Christiane Feuerstack: "Kleingarten - Kompost - Karma", menschmedien Verlag Eckernförde, 2013, 264 Seiten, gebunden, 16 Euro, erhältlich im Buchhandel

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