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250-Jahrfeier : Ein kostbares Papier zum Jubiläum

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Knochenbruchgilde Neuwittenbek findet Gründungsurkunde von 1763 / Feierlichkeiten am letzten Maiwochenende

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 07:25 Uhr

Neuwittenbek | Die Französische Revolution lag noch in weiter Ferne, und James Watt sollte noch sechs Jahre brauchen, bevor er seine Dampfmaschine patentieren ließ: 1763 wurde die Brand-Bruchgilde in Neuwittenbek gegründet, um Schäden der Untertanen des Gutes Warleberg durch Brand und Unfälle abzumildern. Heute hat die Hilfe in der Not nur noch symbolischen Charakter - die Pflege von Geselligkeit und Tradition steht im Vordergrund. Auch bei der 250-Jahrfeier, die am 24. und 25. Mai ausgerichtet wird.

Das Mitgliederbuch von 1906 liegt vor Hans Carstensen auf dem Tisch. Das erscheint schon kostbar. In der dunklen Mappe daneben aber steckt noch etwas unschätzbar Wertvolles: die Gründungsurkunde des ältesten Vereins in der Gemeinde mit Unterschrift und Siegel des damaligen Besitzers von Gut Warleberg, Graf Jean Henri Desmercieres. "Das hat ein ehemaliger Gildeschreiber in Tüttendorf gefunden", berichtet der stellvertretende Vorsitzende. Die Kanten der Seiten sind abgegriffen, das Papier teilweise vergilbt. Wo der Schatz künftig gehütet werden soll, ist noch nicht geklärt - vielleicht im Archiv in Gettorf, sagt Carstensen. Ein Bild davon können sich die Bürger mit der Festschrift machen, in der das Papier abgedruckt ist.

Wann die Gilde Brandschäden ausklammerte, ist nicht bekannt. Für Brüche erhalten die Mitglieder noch heute 30 Cent pro Mitglied - allerdings bei Brüchen von Armen und Beinen. "Mit einer gebrochenen Rippe konnte man ja noch schaufeln", erklärt Carstensen die althergebrachten Regularien. Anfangs waren nur Männer in den Reihen der Gilde zugelassen, nach dem Krieg wurden auch Frauen aufgenommen. Heute ist die Gilde 90 Mitglieder stark, die jeder einen Jahresbeitrag von 3 Euro zahlen. "Ich hoffe, dass es mit dem Gildefest wieder ein paar mehr werden", so Carstensen.

Zum Fest rechnet der Vorstand mit rund 100 Gästen - vor dem Ersten Weltkrieg zählte das Gildefest gut 400 Teilnehmer. Los geht es am Freitag, 24. Mai, mit dem Wettbewerb der Gilden im Dänischen Wohld. Dazu haben sich Teams aus Krusendorf, Neudorf, Bornstein, Osdorf, Revensdorf und Holtsee angemeldet. Weiter geht es am Sonnabend, 25. Mai, um 14 Uhr mit dem Preisschießen, Pokal- und Königsschießen im Schützenheim. Auf dem Hof Radbruch werden die Glücksolympiade, das Fischstechen und Knobeln ausgetragen. Das Symphonische Blasorchester Neuwittenbek wird spielen, der Agrar Oldtimer-Club Dänischer Wohld kommt mit einigen seiner Schmuckstücke zum Corso. Ab 20 Uhr wird dann in Radbruchs Scheune bei Live-Musik von Siegfried Meves gefeiert und verraten, wer das neue Königspaar wird.

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