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Thorbjørn Risager und The Black Tornado : Ein Konzert wie ein Tornado

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die dänische Blues-Band Thorbjørn Risager und The Black Tornado versetzt das Eckernförder Publikum in Ekstase. Riesenstimmung beim Auftritt im ausverkauften Mitbürgerhaus.

Eckernförde | Was ging da denn ab? Das Mitbürgerhaus ist ja bekannt für seine großartigen, kleinen Konzerte in familiärer Atmosphäre mit skandinavischer Musik vom Feinsten, aber was das Publikum am Freitagabend förmlich von den Sitzen riss, war außergewöhnlich und so nur von Insidern zu erwarten. Die Zuhörer waren völlig aus dem Häuschen, Riesenjubel, stehende Ovationen – niemanden hielt es bei dieser Urgewalt auf dem Sitz. Vorne auf der „Bühne“ sieben Hochkaräter aus Dänemark. Eine vom Outfit zwar kunterbunte, musikalisch aber auf höchstem Niveau vereinte Truppe. Allen voran Thorbjørn Risager, Namensgeber und Leader seiner Band, die als The Black Tornado Blues, Soul und Rock in die Herzen und Köpfe der Menschheit trommelt. Was dieser dynamische Schlacks mit dem blassen, markanten Gesicht aus Lunge, Zwerchfell und Stimmbändern hervorbringt und ins Mikro drückt, ist pure Leidenschaft und Energie. Risager, schon 2005 zum dänischen Bluesmusiker des Jahres gekürt, hat den Blues im Blut und eine Stimme, so kraftvoll, umwerfend und schwarz, dass seine großen Idole Ray Charles und B. B. King ihre helle Freude daran gehabt hätten, wenn sie noch leben würden.

Vom ersten Song gaben Thorbjørn Risager und The Black Tornado Vollgas. Das kann sich preisgekrönte Truppe – mehrfacher Danish Music Award-Sieger, 2015 Preis der deutschen Schallplattenkritik für die CD „Too Many Roads“ – erlauben, denn ihnen geht es bestens dabei, wenn sie ihre knackigen Blues-Balladen und Road-Songs aus der Weite Amerikas mit vereinter Kraft unters Publikum bringen. So fordernd die Stücke und Soli auch sein mögen, so beseelt, lustvoll und mitreißend werden sie umgesetzt. Das glänzende Bläser-Duo Hans Nybo Jørgensen (Saxophon) und Peter W. Kehl (Trompete) ließ dabei keine Gelegenheit aus, das Publikum zum Mitklatschen zu animieren oder durch schlangenartige Bewegungen wie beim „erotischen Öltanz“ in Stimmung zu bringen. In vorderster Reihe mit dabei auch Peter Skjerning, kongenialer Gitarrenpartner von Thorbjørn Risager, der zwischendurch selbst einem merkwürdigen, offensichtlich selbstgebastelten Saiteninstrument Töne entlockte. Hinter diesen „Fantastischen Vier“ agierten aufgrund der Enge im Mitbürgerhaus etwas zurückversetzt , aber nicht minder effektvoll Emil Balsgaard (Piano), Martin Seidelin (Schlagzeug) und Søren Bøjgaard (Bass). Das Sieben-Mann-Orchester erfüllte das kleine Mitbürgerhaus bis in den letzten Winkel und brachten es mit ihren „Songs from the Road“ gefühlt zum Bersten. Neben den bereits abgefeierten Liedern wie „On My Way“ oder „All I Want“ gab es auch drei Stücke der im Juni erscheinenden neuen CD und zu guter Letzt den Klassiker „Let The Good Times Roll“ – das Mitbürgerhaus stand Kopf.

Thorbjørn Risager und The Black Tornado leben den Blues. Davon konnten sich die Eckernförder am Freitagabend überzeugen. Die Band steckt mittendrin in ihrer Tour, die sie quer durch die Republik, aber auch nach Schweden, Dänemark, Frankreich, England, Belgien, Holland und in die Schweiz führt. Vielleicht führt sie ja der Weg quer durch Europa irgendwann auch mal wieder nach Eckernförde - wär’ schön.

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erstellt am 21.Mär.2016 | 06:07 Uhr

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