Woodbunge-Festival in Holzbunge : Ein kleines Dorf und ganz viel Musik

Andrej Siebert mit dem Festival-Logo, das Jens Görlich entworfen hat.
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Andrej Siebert mit dem Festival-Logo, das Jens Görlich entworfen hat.

13 Bands beim Woodbunge-Festival am 10. und 11. August in Holzbunge / Orga-Team im Endspurt für den Aufbau

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09. August 2018, 06:26 Uhr

Holzbunge | Noch vor ein paar Tagen war Andrej Siebert auf den Festival in Wacken und genoss dort mit rund 80 000 anderen Fans Heavy-Metal-Musik vom Allerfeinsten. Kaum zurück muss der 34-Jährige nun selbst Kisten schleppen, Kabel verlegen und die Bühnen für sein eigenes Musikfest aufbauen – das Woodbunge-Festival. Das Wacken der Hüttener Berge wird es sicherlich nicht werden, aber in den vergangenen Jahren hat sich die Veranstaltung immer weiter entwickelt. Direkt vor Sieberts Haustür, hinter dem ehemaligen Redderhus in Holzbunge, erwartet er am Wochenende bis zu 200 Besucher. 13 Bands werden am Freitag und Sonnabend bis spät in die Nacht auf der Bühne stehen. Gute Kontakte zu den Musikern hat Jens Görlich.

Andrej Siebert hatte zwar ein riesiges Grundstück rund um sein Haus, doch so richtig zu nutzen wusste er es nicht. Also organisierte er 2012 ein erstes Konzert, „drei Bands hatte ich eingeladen, eine ist gekommen“, erzählt er. Etwa 40 Zuschauer seien dabei gewesen, alles Freunde und Bekannte. Ein Jahr später waren es dann schon drei Bands, dann zehn, jetzt sind es 13. „Natürlich ist alles professioneller geworden“, betont der Holzbunger. Standen die Musiker vor einem Jahr noch auf einem Palettenboden, erhalten sie jetzt eine richtige Bühne. Für die Zuschauer stehen neun Dixi-Toiletten und eine Dusche zur Verfügung und wer das Zwei-Tage-Ticket (30 Euro) kauft, kann kostenlos zelten. Dennoch, eine familiäre, gemütlich Atmosphäre herrsche noch immer. Tagsüber, ab 15 Uhr wird Musik gemacht, sind auch noch Kinder mit dabei. Es gibt Kaffee und Kuchen, Getränke, Pommes und Çurrywurst. Ein rund 30-köpfiges Helferteam sorgt für einen reibungslosen Auf- und Abbau sowie die Zufriedenheit von Fans und Musikern. Aus einer Privatparty ist mittlerweile ein namhaftes Festival geworden, hinter dem der junge Verein „Woodbunge“ steht. Ihr Motto: „Celebrare humanum est“ (Feiern ist menschlich).

Auch unter den Musikern spricht sich der Erfolg der Veranstaltung herum. Gut 50 Bewerbungen liegen den Veranstaltern vor, aus denen die Bands herausgesucht werden, die beim Festival auftreten. „Alle wissen, dass sie keine Gage erhalten, nur Fahrtkosten und Verpflegung“, so Siebert. Die Band aus Heide mit der Frontfrau Chiara Lütje trat schon als Vorgruppe von „Status Quo“ auf und spielte vor mehreren zehntausend Zuschauern. 2016 wurde Pay Pandora zu den landesbesten „Local-Heroes“ gekürt. Chiara Lütje nahm zudem 2017 an der siebten Staffel von „The Voice of Germany“ teil. Pay Pandora wird am Freitag  gegen 21.30 Uhr in Holzbunge auftreten. Mit dabei sind unter anderem die junge Rendsburger Band Appendixx und in Schleswig gegründete Gruppe Leeroy. Ganz so hart und laut wie in Wacken geht es in Holzbunge nicht zu. „Der Schwerpunkt liegt auf Rock und Independent“, sagt Siebert.

Beschwerden von Anliegern, die sich durch laute Musik gestört fühlten, blieben bislang aus. Die Holzbunger unterstützen das Projekt in ihrem Dorf. Im nächsten Jahr sei sogar geplant, das Festival ins Dorf zu verlegen, dann eventuell auf zwei Bühnen – anlässlich des 500-jährigen Bestehens der Gemeinde.

Den Fans, die mit dem Auto kommen, empfiehlt Siebert, auf dem Parkplatz von Whisky-Krüger (ehemals Redderhus) zu parken, ein Teil der Fläche steht den Festival-Besuchern zur Verfügung. Außerdem sind Parkplätze hinter der Tankstelle ausgeschildert. Einen Shuttle-Service gibt es nicht, „aber wir haben zwei Bollerwagen, die genutzt werden können“, so Siebert. Er bittet aber darum, auf die Versorgung mit eigenen Getränken zu verzichten. Siebert versichert, dass die Preise niedrig gehalten werden. Schließlich müsste mit den Einnahmen das Festival finanziert werden. Auch wenn Gagen ausbleiben, so fallen für Werbung, Versicherung, Bühne und Toiletten doch eine Menge an Kosten an. „Finanziellen Gewinn machen wir nicht“, betont der Holzbunger.

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