Lachsenbach : Ein kleiner Eimer mit großer Wirkung für die Natur

Am Eimersee ist die Welt noch in Ordnung: Michael Packschies (l.) und Christian Herrmann genossen die Natur am Lachsenbachgelände, das vielleicht Thema eines nächsten Films werden könnte.. Foto: Messerschmidt
Am Eimersee ist die Welt noch in Ordnung: Michael Packschies (l.) und Christian Herrmann genossen die Natur am Lachsenbachgelände, das vielleicht Thema eines nächsten Films werden könnte.. Foto: Messerschmidt

Das Biotop am Lachsenbach soll Thema eines Dokumentarfilm werden. Regisseur Herrmann zeigt Interesse.

shz.de von
04. März 2013, 07:48 Uhr

Eckernförde | Es war der 6. Dezember 1990, als das Gelände rund um den Lachsenbach am nördlichen Stadtrand Eckernfördes in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde. Ein etwa 500 Meter langes Teilstück des insgesamt drei Kilometer langen Lachsenbaches wurde entrohrt und eine Rohrleitung mit einem Eimer verschlossen, so dass ein Quellarm des Lachsenbaches das Ackerland, die ehemalige "Drammsche Koppel", in ein Feuchtgebiet verwandelte. Der Umweltbeauftragte Michael Packschies war es vor gut 23 Jahren, der in den Schacht kletterte und einen Eimer in das Ablaufrohr quetschte und damit das Wasser zum Steigen brachte.

Daraus entstanden ist der heute rund drei Hektar große und etwa bis 1,50 Meter tiefe Eimersee - ein idealer Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. "Schwäne nisten hier, auch der Eisvogel wurde schon gesehen", berichtet Packschies. Zwergtaucher, Rothalstaucher und das Moderlieschen sind weitere Arten, die den neuen Lebensraum dankbar angenommen haben. Jetzt könnte die Erfolgsgeschichte des Eimersees auch filmisch dokumentiert werden.

Gemeinsam mit Christian Herrmann vom Bayrischen Rundfunk besuchte Packschies jetzt die vielschichtige Naturlandschaft an der K78. Hermann ist Regisseur des Films "Von Äpfeln, Wildgänsen und Teichrohrsängern", der auch beim Green-Screen-Festival in Eckernförde zu sehen war. Am Freitag wurde der Film im Rahmen des Green-Screen-Winterfilmfestivals im Beisein des Regisseurs im Kommunalen Kino erneut gezeigt.

Hermann dokumentiert in dem Film den Biotopverbund Bodensee, insbesondere den so genannten Heinz-Sielmann-Weiher. In der Gemeinde Owingen, im Ortsteil Billafingen, entstand 2004 mit Fördermitteln der Heinz-Sielmann-Stiftung durch Aushub von 20 000 Kubikmetern Erdreich ein Teich von etwa 1,3 Hektar Fläche. Angrenzende landwirtschaftliche Flächen wurden stillgelegt und Drainagen geschlossen. In dem neu eingerichteten Feuchtgebiet siedelten sich vom Aussterben bedrohte Arten wie der Raubwürger oder Drosselrohrsänger an, so wie viele Amphibien. Insgesamt 150 Vogel-, Krebs und Fischarten wurden gesichtet.

Die Idee, einzelne Biotope anzulegen und so die Artenvielfalt zu beleben, stammt von Professor Peter Berthold, Emeritus der Max-Planck-Gesellschaft und weltweit anerkannter Ornithologe. "Jeder Gemeinde ihren Weiher", so das Motto Bertholds, dann sei mit dem Artenrückgang Schluss.

Beide Projekte, der Eimersee und der Sielmann-Weiher seien vergleichbar. Der Weiher ist Teil eines Biotopverbundsystems rund um den Bodensee, sagt Herrmann, der Eimer müsse ebenso als Teil des Gesamtsystems Lachsenbach und den Feuchtgebieten in Borbyer Hufe gesehen werden, so Packschies.

Beim Green-Screen-Festival vom 5. bis 9. September ist Peter Berthold dabei. Dann wird er sich den Eimersee von Michael Packschies als ein Musterbeispiel für effiziente Renaturierung zeigen lassen und gemeinsam mit Christian Herrmann eine filmische Dokumentation des Projektes realisieren.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen